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Es ist besonders wichtig, dass Sie ihr Bewerbungsschreiben übersichtlich und klar aufbauen. Dabei hat sich folgende Gliederung bewährt:
Briefkopf Empfängeradresse Ort und Datum Betreffzeile Anrede Text Abschließender Gruß Unterschrift Anlagen/Beilagen
Briefkopf: Name, Anschrift, Telefon-/Faxnummer, Email-Adresse
Empfängeradresse: Firmenname, Ansprechperson , Adresse Versuchen Sie den Namen der richtigen Ansprechperson zu eruieren. Achten Sie auf die korrekte Schreibweise und eventuelle Titel. Oft genügt ein Anruf in der Telefonzentrale der Firma, um hier Klarheit zu schaffen.
Ort und Datum: Rechtsbündig auf Höhe der untersten Zeile der Empfängeradresse oder 2 Zeilen darunter
Betreffzeile: Ohne die Worte „Betrifft" oder „Betreff", durch Formatierung hervorgehoben (Schriftgröße, fett, aber keine ausgefallene Rahmen)
Anrede: Allgemein („Sehr geehrte Damen und Herrn") nur, wenn Sie die richtige Ansprechperson nicht herausfinden konnten
Text: Formulieren Sie nun den Text mit gesundem Selbstvertrauen und positivem Selbstwertgefühl. Führen Sie belegbare Argumente (keine leeren Floskeln!) an, warum Ihr Leistungsprofil dem Anforderungsprofil der Firma entspricht. Achten Sie auf kurze, leicht lesbare Absätze und einen lockeren Seitenaufbau mit genügend Seitenrand. Der Text muss zu Ihrer Persönlichkeit und Ihrem Charakter passen! Daher kopieren Sie keine Musterschreiben, der Leser erkennt das sofort!
Wunsch nach Vorstellungstermin: Das ist Ihr eigentliches Ziel! „Ich würde mich freuen, wenn meine Bewerbung Ihr Interesse findet und ich mich persönlich bei Ihnen vorstellen darf."
Abschließender Gruß: „Mit freundlichen Grüßen"
Unterschrift: Vergessen Sie nicht persönlich und leserlich zu unterschreiben!
Anlagen/Beilagen: Pauschal („7 Anlagen") oder zählen Sie die beigelegten Anlagen auf Greifen Sie den Anzeigentext auf: Sie verlangen viel von Ihren Beratern, schreiben Sie in Ihrer Stellenanzeige. Das trifft sich gut, denn auch ich verlange viel von mir. Mein Matura habe ich mit Bestnoten abgeschlossen …“
Rufen Sie vorher an: „Vielen Dank, dass Sie sich gestern am Telefon so viel Zeit für mich genommen haben. Wie ich in unserem Gespräch erwähnte, habe ich durch meine Arbeit in einem Möbelhaus – zuletzt als Mitarbeiterin der Vertriebsabteilung – bereits viel Berufserfahrung gesammelt.“
Lesen Sie Zeitung: „Sie möchten Ihr Energiegeschäft in Südeuropa ausbauen – das las ich heute im Handelsblatt. Ich unterstütze Sie gern bei diesem Vorhaben. Als Wirtschaftsingenieur mit Berufserfahrung bei spanischen und italienischen Kraftwerkbetreibern biete ich Ihnen …“
Fragen Sie Freunde: „Von einer Mitarbeiterin Ihrer Marketingabteilung erfuhr ich, dass Sie eine neue Kosmetiklinie für Frauen im besten Alter planen. Als Vertriebsexpertin mit Spezialgebiet Generation 50plus bringe ich meine Erfahrungen auf diesem Zukunftsmarkt gerne in Ihrem Unternehmen ein.“
Nutzen Sie Beziehungen: „Ihr Kollege Dr. Kurt Lehmann aus dem Privatkundenbereich war bereits so freundlich, mich Ihnen als Kreditmanager zu empfehlen. Bei der XY – Bank haben ich nach meinem mit sehr gutem Erfolg abgeschlossenen Studium der Betriebswirtschaft erste Berufserfahrung im Risk Management gesammelt.“
Betonen Sie Ihre Qualifikationen: „Als promovierte Historikerin und Germanistin mit Spezialgebiet mündliche Überlieferung setze ich bei der „Biografie-Agentur“ gerne mein Talent zum Zuhören und Schreiben ein.“
Stellen Sie Ihre Berufserfahrung heraus: „Zehn Jahre habe ich als Konferenzmanagerin bei einem der größten Unternehmen der Branche gearbeitet. In dieser Zeit habe ich …“
Ziehen Sie das wichtigste Detail aus Ihrem Lebenslauf: „Als Eventmanagerin für das Fünf-Sterne-Hotel Rosenhagen in Luzern habe ich in den letzten fünf Jahren Großveranstaltungen vom Ärztekongress bis zur Fürstenhochzeit organisiert.“
Weisen Sie auf Schwerpunkte hin: „Electronic Commerce, Informationsmanagement und Logistik sind die Schwerpunkte meines Studiums der BWL, das ich im vergangenen Monat mit der Note 1,3 abgeschlossen habe.“
Plaudern Sie aus dem Arbeitsalltag: Sie brauchen einen stressresistenten Helpdesk-Mitarbeiter? Mich kann kein Anruf mehr aus der Fassung bringen. Alle Katastrophen des Informatikeralltags habe ich bereits erlebt – von „ich fürchte, ich habe gerade unser Intranet gelöscht“ bis hin zu „Hilfe, der Server brennt!“ – und löse Ihnen auch die kniffligsten IT-Probleme.“ Achtung, jetzt kommt eine Bewerbung: „Hiermit bewerbe ich mich um die Stelle als Sales Manager, die Sie am 18.November in der Wiener Zeitung ausgeschrieben haben.“ – „Hiermit“ ist Beamtendeutsch. Alle Infos („Bewerbung als Sales Manager – Ihr Angebot in der Süddeutschen Zeitung vom 18.November 2010) gehören in die Betreffzeile. Und nur dorthin.
Hurra, ich kann lesen: „Mit großem Interesse habe ich Ihr Stellenangebot bei monster.de gelesen.“ – Gähn! Der erste Satz einer Bewerbung sollte das stärkste Argument enthalten. Dieser hier beschreibt eine Selbstverständlichkeit.
Sie genügen meinen Ansprüchen: „Ihr Stellenangebot entspricht meinen Vorstellungen.“ – Das ist schön Hier geht es aber nicht darum, ob die Stelle Ihren Vorstellungen entspricht. Der Arbeitgeber will wissen, ob Ihre Qualifikationen seinen Vorstellungen entsprechen. Darüber sollten Sie schreiben.
Ich schleime gerne: „Seit vielen Jahren verfolge ich die Entwicklung der Brett & Bohr KG mit ihrem anspruchsvollen und breiten Tätigkeitsfeld. Ich bin mir sicher, dass ich bei Ihnen als Weltmarktführer wertvolle Erfahrungen sammeln kann.“ – Tragen Sie nicht zu dick auf!
Ich frag ja nur: „Darf ich mich vorstellen?“ – Das verzweifelte „Bitte nicht!“ des Personalers würden Sie sowieso nicht hören. Also sparen Sie sich das Gefloskel. Bewerbung per Email haben sich weitgehend durchgesetzt.
Grundsätzlich haben Sie 2 Möglichkeiten für Bewerbungen per Email:
1. Variante: Schreiben Sie das Anschreiben direkt in das Mail (Lebenslauf, Zeugnisse usw. kommen in den Anhang)
2. Variante: Schreiben Sie nur ein kurzes Mail und fügen Sie die gesamte Bewerbung (Anschreiben, Motivationsschreiben, Lebenslauf usw. in den Anhang).
Die erste Variante hat den Vorteil, dass der Leser/die Leserin des Mails sofort alles Wichtige vor sich hat, ohne vorher einen Anhang öffnen zu müssen. Denken Sie daran, dass Personalisten oft hunderte Bewerbungen auf ein Inserat hin bearbeiten müssen! Nachteil dieser Variante ist, dass Sie den Mailtext nur wenig formatieren sollten, weil es ungewiss ist, welches Mailsystem Ihr gegenüber hat und die Formatierungen zu einem sehr schlechten Layout führen können.
Dementsprechend sind die Vorteile der zweiten Variante die besseren Formatierungsmöglichkeiten.
TIPP: Versenden Sie die Anhänge immer als PDF-Dateien!
Empfängeradresse: Schicken Sie das Schreiben nie an "office@firma.at" oder "info@firma.at". Das Mail wirkt unpersönlich und landet schnell im Papierkorb. Oder würden Sie jemanden einstellen, der sich nicht einmal die Mühe macht, den richtigen Ansprechpartner herauszufinden?
Betreff: Die Betreffzeile ist das erste, was der Empfänger zu Gesicht bekommt. Sie sollte kurz und prägnant formuliert sein. Vermeiden Sie Begriffe wie: "Bewerbung bei Ihrer Firma" oder "Freie Stelle".
TIPP: "Bewerbung als PR-Assistent - Inserat im KURIER vom 19.06.2011 - Ref.Nr. 123456".
Umgangston? Ein Bewerbungsschreiben in dem in Emails oder Facebook üblichen Umgangston zu schreiben ist unprofessionell und zu 99 % erfolglos. Respekt muss sein: "Sehr geehrte Damen und Herren" ist das Mindeste. Besser ist, einen konkreten Ansprechpartner namentlich anzuschreiben.
Eigene Mailadresse: Auch bei Ihrer eigenen E-Mail-Adresse ist Seriosität gefordert. Vermeiden Sie "baby006@..." oder "theking@...". Einfach aber gut sind Adressen, bei denen vor dem "@" Ihr Name steht. Falls Sie keine haben, können Sie bei einem der Gratis-Anbieter eine passende E-Mail anlegen (www.yahoo.com, www.gmx.at, ...).
Auf die Eingabe eines Datums können Sie verzichten, da es bei der Mail - auch bei einem Ausdruck - sowieso ersichtlich ist.
Niemals eine Bewerbung mit "Wichtig" senden! Bei vielen E-Mail-Programmen haben Sie die Möglichkeit, die Nachricht mit einer Dringlichkeitsstufe zu versehen. Machen Sie das nicht, da Sie sicher nicht die einzige Person sind, die sich bewirbt. Außerdem lassen sich die Personalchefs nicht gerne sagen, wer für sie wichtig ist und wer nicht.
Anrede: Was für die Anrede gilt, ist auch für das Schreiben selbst von Bedeutung: Schreiben Sie nicht im saloppen E-Mail-Stil und verfassen Sie ganze Sätze. Richtiges Groß- und Kleinschreiben sind ebenso wichtig wie korrekte Rechtschreibung. Lassen Sie das Mail am besten von Freunden Korrektur lesen. Drucken Sie das Schreiben vor dem Verschicken aus und lesen Sie es noch einmal sorgfältig durch. Vermeiden sollten Sie Abkürzungen (mfg, lg, etc).
Qualität statt Quanität ist gefragt! Sie sollten nicht ein Mail an 40 verschiedene Firmen verschicken. Solche Bewerbungen zeigen den Verantwortlichen nur, dass Sie sich keine Mühe gegeben haben, Informationen einzuholen.
Umfang und Inhalt: Eine Seite sollte möglichst nicht überschritten werden. Prinzipiell gilt für eine Online-Bewerbung der gleiche Aufbau wie für eine klassische:
a) Grund des Schreibens; b) Ausbildung/Tätigkeit; c) Gründe, warum du in das Unternehmen willst; d) Zeitpunkt, ab dem du verfügbar bist; e) Aufforderung zur Kontaktaufnahme; f) Grußformel.
Die Signatur am Ende enthält ihren Namen, Anschrift und Kontaktmöglichkeit (Handy, Festnetz, Mail,...).
Wenn Angaben zu ihrer Person auf einer eigenen Website (nicht Facebook, außer Sie haben die Seite entsprechend gestaltet, XING ist hier besser geeignet) abrufbar sind, geben Sie die Internet-Adresse in ihrer Signatur bekannt.
Weniger ist mehr! Wenn nicht anders angefordert, schicken Sie als Attachment Ihren Lebenslauf mit Bild mit (siehe oben die beiden Varianten und ihre Vor- und Nachteile!). Bieten Sie an, alle Zeugnisse und Unterlagen bei Interesse nachzuschicken.
Das Internet ist ein schnelles Medium! Seien Sie gefasst, dass weitere Informationen schnell angefordert werden. Halten Sie alles versandbereit und telefonieren Sie nach, falls Sie keine Antwort erhalten: Oft ist Eigeninitiative gefragt und erwünscht! Foto Angaben zur Person/persönliche Daten Ausbildung/Schulausbildung/Berufsausbildung Beruflicher Werdegang/Praxis/Berufserfahrung Weiterbildung/Zusatzqualifikationen Spezielle Kenntnisse/Fähigkeiten Das Unternehmen bzw. Ihr Gegenüber erwartet von Ihnen eine strukturierte Darstellung Ihres Werdegangs bzw. ein Kurzprofil. Beides sollten Sie bereits vor dem Gespräch vorbereitet haben.
Starten Sie bei der Ausbildung, erwähnen Sie Ihre Abschlüsse und Schwerpunkte. Gehen Sie anschließend kurz auf berufliche Stationen ein, schildern Sie Leistungsbeispiele und geben sie ein knappes Kompetenzprofil.
Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu weit ausschweifen.
Auch wenn Sie im Lebenslauf sehr ausführlich und informativ waren, werden Ihnen Fragen zu Ihrer Person und Ihrem beruflichen Werdegang gestellt werden. Einmal, um die Angaben im Lebenslauf zu prüfen, zum anderen um Ergänzungen vornehmen zu können und zum dritten: weil der oder die GesprächspartnerIn ihr Wissen aktualisieren will (vielleicht hat er oder sie die Unterlagen nur flüchtig oder schon vor Wochen gelesen und kann sich nur ungenau erinnern, vielleicht hat er oder sie an dem Tag mehrere Gespräche und möchte Sie nicht verwechseln...) Wenn nun Ihr Gegenüber sagt „Erzählen Sie mir etwas über sich selbst“, möchte er/sie etwas über Sie persönlich und über Ihre Qualifikation und Ihre Berufspraxis erfahren. Stützen Sie sich bei der Antwort auf die Angaben zu Ihrer Person im Lebenslauf. Beginnen Sie auf jeden Fall mit Ihrer beruflichen Seite: Was haben Sie bislang beruflich gemacht. Welche Ausbildungen haben Sie. Welche Tätigkeiten führen Sie gerne aus. Was können Sie gut. Worin liegen Ihre Stärken. Betonen Sie Ihr starkes Interesse und Ihre Freude an der Arbeit.
Sie sollten in der Lage sein, über sich, Ihren beruflichen Werdegang, Ihre Leistungsmotive und Ihre Ziele einige Minuten frei sprechen zu können. Es empfiehlt sich, schon vorher eine Gliederung vorzubereiten. Diese wird Ihnen helfen, die wichtigsten Punkte in Ihrer freien Rede nicht zu vergessen und über unwichtige Nebensächlichkeiten nicht zu lange zu referieren. Achten Sie hier bitte auf eine klare und sinnvolle Strukturierung.
Erst in zweiter Linie erzählen Sie über persönliche, private Dinge. Am besten Sie warten damit bis Sie dazu aufgefordert werden.
Hobbys und Interessen: Erzählen Sie über Dinge, die irgendwie mit Ihrer angestrebten Tätigkeit in Zusammenhang stehen, wie z.B. Zeichnen, Modellbau, Kleider entwerfen, Auto reparieren (für kreative, handwerkliche Tätigkeiten). Erwähnen Sie aber auch andere Hobbys, die nichts mit Ihrem Beruf zu tun haben, wenn Sie damit Ihre aktive Seite betonen, wie z.B. moderate sportliche Betätigungen (Sportarten, die ein hohes Verletzungsrisiko oder Zeitverpflichtungen mit sich bringen, sollten hier eher unerwähnt bleiben).
Clubs und Vereine: Erzählen Sie von Clubs und Vereinen, denen Sie angehören, vor allem, wenn diese in einem beruflichen Zusammenhang stehen. Sie dokumentieren damit auf jeden Fall, dass Sie ein sozialer Mensch sind. Vorsicht, wenn Sie damit signalisieren könnten, dass der Zeitaufwand für Ihre Vereinstätigkeit hoch ist, bzw. dass es sich bekannter Weise um sehr „gesellige“ (=trinkfreudige) Zusammenkünfte handelt.
Persönliche Stabilität: Erwähnen Sie etwas über sich selbst, das auf persönliche Stabilität und Vertrauenswürdigkeit schließen lässt. Wenn Sie ein Haus besitzen, wenn Sie schon lange in einem Gebiet wohnen, eine langjährige Partnerschaft haben, verheiratet sind, Kinder haben, bedeutet das z.B., dass Sie den Wunsch haben, in dem Gebiet auch weiterhin zu bleiben. Erzählen Sie auch, warum es Ihnen dort so gut gefällt.
Familie (Eltern und Ehemann/-frau, Kinder): Beschreiben Sie kurz Ihre familiäre Situation und Ihre Familienmitglieder, so dass es etwas Positives über Ihre Herkunft und Ihre Berufwahl aussagt. Sollten Sie kleine Kinder haben, betonen Sie, dass es im Bedarfsfall (Ferien, Krankheit) Personen in Ihrem unmittelbaren Umfeld gibt, denen Sie die Kinder anvertrauen können (Großeltern, andere Verwandte, FreundInnen, NachbarInnen etc.)
Viele Vorstellungsgespräche beginnen mit einer derartigen Frage. Ihr Gegenüber bietet Ihnen damit eine Möglichkeit, Ihre Nervosität abzulegen und einfach ein wenig zu erzählen. Vermeiden Sie jedoch, zu quasseln und unstrukturiert irgendwelche Stationen Ihres Lebens aufzuzählen und diese am besten noch durcheinander zu wirbeln.
Auch wichtig: Legen Sie nicht zu viel Wert auf die genauen Daten. Es handelt sich bei dem Gespräch nicht um eine mündliche Prüfung, bei der es um Faktenwissen geht. Und erzählen Sie nicht allzu viel zu unwichtigen Stationen Ihres Lebens (z.B. Wehrdienst/Zivildienst). Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche. Stärken und Schwächen sollten immer mit einer Begründung bzw. einem Beispiel unterstrichen werden. Geben Sie ruhig auch Schwächen zu. Kein Mensch ist ohne Schwächen und Sie würden unglaubwürdig erscheinen, wenn Sie keine hätten. Meist ist man erst einmal etwas sprachlos, wenn man mit der Aufforderung konfrontiert wird, von seinen Schwächen zu berichten. Denken Sie nicht zu "tief" - in der Regel reicht es dem Arbeitgeber aus, wenn er erkennen kann, dass er es mit einem reflektierten Gegenüber zu tun hat. Zählen Sie aber keine Schwächen auf, die Sie ins "berufliche Aus" manövrieren könnten.
Wenn Ihnen die Frage nach Stärken gestellt wird, erwähnen Sie jene positiven Seiten, die für diese Stelle am wichtigsten sind: Ihre Kenntnisse, Erfahrungen, Zuverlässigkeit, Ihr Pflichtbewusstsein, Ihre Effizienz, Ihr Organisationstalent, Ihre Kommunikationsfreudigkeit, etc.
Wenn Sie Schwächen nennen, tun Sie dies nur in Verbindung mit Stärken oder versuchen Sie, die positiven Aspekte Ihrer Schwächen hervorzuheben. Nennen Sie Schwächen, die für die angestrebte Position nicht relevant ist oder eigentlich sogar eine Stärke ist. Erwähnen Sie eine eher harmlose Schwäche und stellen Sie dar, wie Sie bereits an dieser Schwäche gearbeitet haben.
Ein recht guter Trick ist es auch, über eine Schwäche zu sprechen, die man eigentlich schon überwunden hat: „Früher habe ich mich nicht getraut...", "Mittlerweile fällt es mir leichter..., denn ich habe gelernt, dass..." usw.
Beispiele: Bei einer angestrebten Position in der Buchhaltung: "Manche meinen, ich wäre etwas übergenau oder pingelig.“ Zusatz: „ Aber aufgrund meiner Strukturiertheit habe ich noch bei keiner Terminarbeit Verzögerungen gehabt." Wenn Sie z.B. als Alleinsekretärin oder in einer Einzelkämpfer-Position angestellt werden sollen: „Ich tu’ mir schwer mit delegieren. Wenn ich’s selber erledige, weiß ich, dass es ordentlich gemacht ist.“ Wenn ein Job erst später am Tag beginnt und „Nachtschichten“ zu erwarten sind: „Meine Schwäche ist, dass ich absolut kein Morgenmensch bin. Ich komm erst so gegen .... Uhr auf Touren.“ Aber Vorteil: „Dafür kann ich dann, wenn’s sein muss, die halbe Nacht durcharbeiten.“
Schwäche: Direktheit „Ich bin manchmal zu direkt und offen im Gespräch. Mit meiner Vorliebe für klare Worte habe ich früher mitunter Kollegen und Mitarbeiter vor den Kopf gestoßen. Heute achte ich besser darauf, dass ich den richtigen Zeitpunkt und die richtige Situation wähle, um meine Meinung zu äußern.“
Schwäche: Zurückhaltung „Es kommt vor, dass ich zurückhaltend wirke. Wenn ich zum Beispiel konzentriert eine Aufgabe durchdenke, fällt es mir schwer, gleich in eine Diskussion einzusteigen. Ich weiß aber, dass es manchmal unumgänglich ist, schnell Position zu beziehen. Durch die Sicherheit, die ich während meiner Berufsausübung erworben habe, gelingt mir dies mittlerweile sehr viel leichter als früher.“
Schwäche: Zu wenig Lob „Es fällt mir in manchen Situationen auf, dass auch ich dazu neige, zu wenig zu loben. Eigentlich finde ich es schade, dass mir Lob nicht lockerer von den Lippen geht. Allerdings habe ich auch gemerkt, dass man Lob genauso gezielt einsetzen muss wie Kritik.“ Achten Sie auch darauf, dass Sie bei der Frage „Nennen Sie mir drei Stärken und drei Schwächen von Ihnen!“ nicht alle Ihre Schwächen aufzählen. Nennen Sie immer drei Ihrer Stärken, aber nur eine Schwäche. Weitere Schwächen sollten erst auf Nachfrage zugegeben werden. Hierbei geht es um eine Gratwanderung zwischen Selbstbewusstsein und der Fähigkeit zur Selbstkritik. Also: Nicht zu sehr auf den Putz hauen, aber auch das Licht nicht unter den Scheffel stellen.
Machen Sie sich schon vorab eine Liste mit allen Vorzügen, die Ihnen einfallen und die auf Sie zutreffen. Suchen Sie sich anschließend die drei Stärken aus, die Ihrer Meinung nach für die Bewältigung der anstehenden Aufgaben am wichtigsten sind. Behalten Sie jedoch auch noch einige andere im Hinterkopf, falls Ihr Gesprächspartner noch einmal nachhakt.
Bemühen Sie sich, die genannten Stärken auch zu begründen bzw. zu belegen. Geben Sie konkrete Beispiele oder Hinweise auf Erfolge im Rahmen Ihrer bisherigen Tätigkeit.
Schlechte Antwort: „Im Team war ich schon immer ganz gut. Ich bin sehr kommunikativ und, wie ich finde, auch witzig. In meinem letzten Unternehmen haben wir alle Aufgaben gemeinsam im Team erledigt. Das Team durfte ich am Ende sogar leiten. Und Aufgaben verteilen lag mir schon immer besonders gut."
Gute Antwort: „Ich habe meine Firma erfolgreich auf dem osteuropäischen Markt etablieren können. Bei Entwicklung der Strategie und der Leitung des Projektes haben mir meine Erfahrungen im Marketingbereich und meine gute Kommunikationsfähigkeit sehr geholfen. Es ist mir gelungen, ein fähiges Team aufzubauen und mittlerweile über fast drei Jahre erfolgreich zu leiten. Besonders wichtig war mir dabei stets, dass die verschiedenen Bereiche übereinander informiert sind. Um eine bessere Zusammenarbeit zu gewährleisten habe ich daher eine neue Schnittstelle eingeführt. "
Stärke: Konfliktbereinigung „Zu meinen Stärken gehört, dass ich unterschiedliche Interessen in Ausgleich bringen kann. So habe ich mehr als einmal dafür gesorgt, dass sich Vertreter einzelner Abteilungen zu einer Besprechung zusammengefunden haben, um Missverständnisse auszuräumen.“
Stärke: Strukturiertes Arbeiten „Zu meinen Stärken gehört meine strukturierte Arbeitsweise. Die Positionierung eines neuen Produktes auf dem Markt habe ich durch sorgfältige Marktanalysen vorbereitet und die Ergebnisse mit Kundenbefragungen abgesichert.“
Stärke: Belastbarkeit „Ich bin belastbar. Auch momentan bewältige ich ein umfangreiches Aufgabengebiet in der Produktionssteuerung, das einen sehr hohen persönlichen und zeitlichen Einsatz von mir erfordert.“ Wer bei dieser Frage ganz und gar ehrlich bleibt hat eigentlich schon verloren. Es geht im Grunde nur darum, auf eine pikante Frage überzeugend zu reagieren. Deshalb sollten Sie sich auf diese Frage besonders intensiv vorbereiten.
Man kann sich z.B. auf Schwächen beziehen, die typisch menschlich sind. Z.B. sind Menschen nun mal ungeduldig, wenn sich Dinge anders entwickeln als sie sollten. Und Frustration ist eine typische Folge von der begrenzten Begeisterungsfähigkeit anderer.
Achten Sie jedoch darauf, dass sie auf keinen Fall Schwächen einräumen, die Sie bei Ihrer zukünftigen Tätigkeit behindern könnten.
Vielmehr sollten Sie überlegen, ob es nicht sogar "Schwächen" gibt, hinter denen sich eigentlich Stärken verbergen bzw. die für den zu vergebenden Job zuträglich sein könnten (z.B. Perfektionismus - dies wird jedoch ziemlich häufig genannt).
Mögliche Antworten sind beispielsweise, dass man wenig Erfahrung hat Vorträge oder Themen vor anderen Personen zu präsentieren, dass man in gewissen Computerprogrammen noch Schwächen hat, dass man oftmals zu viele Aufgaben auf einmal bewerkstelligen möchte etc. Insbesondere die dritte Schwäche zeigt, dass sie engagiert sind und sich in ihre Aufgaben reinhängen. Bei den ersten beiden Schwächen kann man einen Bezug zur späteren Aufgabenstellung herstellen.
Bestimmte Schwächen hat man per se, weil einem die entsprechende Erfahrung noch fehlt.
Beispiele Schwäche: Direktheit „Ich bin manchmal zu direkt und offen im Gespräch. Mit meiner Vorliebe für klare Worte habe ich früher mitunter Kollegen und Mitarbeiter vor den Kopf gestoßen. Heute achte ich besser darauf, dass ich den richtigen Zeitpunkt und die richtige Situation wähle, um meine Meinung zu äußern.“
Schwäche: Zurückhaltung „Es kommt vor, dass ich zurückhaltend wirke. Wenn ich zum Beispiel konzentriert eine Aufgabe durchdenke, fällt es mir schwer, gleich in eine Diskussion einzusteigen. Ich weiß aber, dass es manchmal unumgänglich ist, schnell Position zu beziehen. Durch die Sicherheit, die ich während meiner Berufsausübung erworben habe, gelingt mir dies mittlerweile sehr viel leichter als früher.“
Schwäche: Zu wenig Lob „Es fällt mir in manchen Situationen auf, dass auch ich dazu neige, zu wenig zu loben. Eigentlich finde ich es schade, dass mir Lob nicht lockerer von den Lippen geht. Allerdings habe ich auch gemerkt, dass man Lob genauso gezielt einsetzen muss wie Kritik.“ Achten Sie auch darauf, dass Sie bei der Frage „Nennen Sie mir drei Stärken und drei Schwächen von Ihnen!“ nicht alle Ihre Schwächen aufzählen. Nennen Sie immer drei Ihrer Stärken, aber nur eine Schwäche. Weitere Schwächen sollten erst auf Nachfrage zugegeben werden.
Hier dürfen Sie sich ausnahmsweise „etwas aus der Nase ziehen“ lassen und sollten nicht unnötig loslegen. Bereiten Sie sich deshalb auf die Frage vor. Bei dieser Frage geht es Ihrem zukünftigen Arbeitgeber bzw. dem Personalisten darum zu erfahren, ob Sie ein Mitarbeiter oder Mitarbeiterin mit Durchhaltevermögen sind.
Auch Schwierigkeiten mit Vorgesetzten und KollegInnen können Gründe für eine Kündigung sein. Wenn dies der Fall ist, so erwähnen Sie dies besser nicht. Man könnte damit rechnen, dass es mit Ihnen auch in der zukünftigen Position im Unternehmen wieder Schwierigkeiten geben wird.
Geben Sie einen vernünftigen Grund an, der weder vermuten lässt, dass es schwierig ist, mit Ihnen umzugehen, noch dass Sie lediglich auf mehr Geld und Prestige aus sind.
Eine gute Antwort könnte sein: „Ich schätze meinen momentane Arbeit sehr. Ich habe dort sehr viel für meine berufliche Entwicklung lernen können. Für mich ist es aber nun wichtig, meine Berufserfahrungen in einem anderen Kontext, mit neuen Aufgaben und in einer neuen Firma einzusetzen. Ich möchte jetzt, mit den fünf Jahren Berufserfahrung, die ich gesammelt habe, einen Karrieresprung machen und mich weiterentwickeln."
Damit drückt der Bewerber oder die Bewerberin dem derzeitigen Arbeitgeber ihren/seinen Respekt aus. Der GesprächspartnerIn im Vorstellungsgespräch stuft sie/ ihn dadurch als solidarisch gegenüber Unternehmen und Vorgesetzten ein und überträgt dieses Verhalten auf mögliche zukünftige Situationen, in denen der/die BewerberIn zum neuen Arbeitgeber Stellung nehmen soll.
Üben sie niemals Kritik an ihrem derzeitigen Unternehmen! Anstatt sich über den Arbeitgeber zu beschweren, ist es ratsam, die eigenen Erfahrungen und Ziele zu unterstreichen!
Begründen Sie häufige Arbeitgeberwechsel sehr gut – denn die Quintessenz Ihrer Antwort muss sein: „Ich bin zuverlässig und man kann mit mir planen“. Ihre Antwort sollte ausdrücken, dass trotz der langen Firmenzugehörigkeit nichts an Dynamik verloren gegangen ist. Diese Frage gehört zum absoluten Standardrepertoire der meisten Personalentscheider. Dementsprechend gut vorbereitet sollten Sie auch sein. Machen Sie klar, dass Sie genau wissen, worauf es bei der Stelle ankommt. Es versteht sich jedoch von selbst, dass Sie nicht die in der Stellenanzeige bzw. dem Stellenprofil genannten Anforderungen aufzählen sollten mit dem Hinweis, dass diese alle auf sie zutreffen.
Der Verlierer antwortet: „ Viel mehr kann ich Ihnen jetzt über mich auch nicht mehr sagen. Ich habe ja schon die Ausführungen zu meinen bisherigen Aufgaben gemacht. Es ist nun einmal so, dass ich nicht der Einzige bin, der Erfahrung in dieser Branche mitbringt."
Analyse Wenn Sie hier kapitulieren und zeigen, dass Sie nicht in der Lage sind, dem Personalverantwortlichen ihre Qualifikation und Eignung mit Begeisterung und Motivation zu vermitteln, haben Sie Ihre Chancen verspielt. Außerdem macht diese resignierende Art und Weise der Antwort deutlich, dass es um Ihre Soft Skills wie Belastbarkeit und Kommunikationsstärke in der Praxis nicht sehr gut bestellt ist.
Der Gewinner antwortet: „Weil ich umfassende und langjährige Erfahrungen im internationalen Einkauf mitbringe. Neben dem internationalen Einkauf kenne ich den Zulieferermarkt sehr gut. Bei meinem letzten Arbeitgeber habe ich durch eine bessere Zuliefererintegration die Produktionskosten senken können. Außerdem habe ich massive Einsparungen im Einkauf realisiert. Diese Erfolge würde ich gerne in Ihrem Unternehmen wiederholen."
Analyse Ein cleverer Bewerber nutzt die Gelegenheit, dem Gesprächspartner ganz souverän und gelassen zu zeigen, dass er weiß, was er beruflich kann. Am besten machen Sie Ihre Qualifikation anhand von Beispielen konkret. Zum Schluss betont der Bewerber idealerweise noch mal, dass er mit Freude für dieses Unternehmen arbeiten würde. Sie sollten Ihrem Gesprächspartner klar machen, dass Sie genaue Vorstellungen davon haben, wie Ihr Leben aussehen sollte bzw. könnte (nennen Sie also ruhig konkrete Positionen, Stellen oder Möglichkeiten wie ein Auslandsaufenthalt). Vermitteln Sie ihm jedoch auch, dass Sie flexibel genug sind, sich auf neue Situationen und Entwicklungen einzustellen und Sie nicht zu festgefahren sind.
Ihr Gesprächspartner möchte hören, ob die Firma nur ein Sprungbrett für Ihren nächsten Wechsel wäre. Vielleicht wollen Sie "eine Entwicklungsabteilung leiten", aber in dieser Firma ist keine solche Position in Aussicht (oder Sie müssten dazu gar am Stuhl des Chefs sägen!).
Völlige Ambitionsarmut ("Ich bin mit dem Erreichten zufrieden.") spräche ebenfalls gegen Sie: Wollen Sie nur die Rente abwarten?
Antwortstrategie: Falls die neue Position keine Aufstiegs-Chance bietet: Beschreiben Sie, wie Sie Ihr Fachwissen im Sinne der Firma perfektionieren wollen.
Falls ein Aufstieg möglich scheint: Bekennen Sie, dass Sie auf mittlere Sicht mehr Verantwortung übernehmen wollen. Intelligente Gegenfrage: "Welche Aufstiegs-Chancen können Sie mir bieten?"
Der/die InterviewerIn möchte damit herausfinden, ob Sie ernsthaft vorhaben, diese Tätigkeit länger auszuüben oder ob Sie diesen Arbeitsplatz nur als Übergangslösung betrachten und womöglich bald damit unzufrieden sein werden.
Sie sollten also versuchen, ihn/sie von Ihrer Absicht, längere Zeit bei der Firma zu bleiben, zu überzeugen, was Sie sicher vorhaben, wenn Sie mit Ihrer Tätigkeit zufrieden sind. Wenn Sie von vornherein wissen, dass es in der Firma viele Aufstiegsmöglichkeiten gibt, sagen Sie, dass Sie hoffen, ein/e wertvolle/r MitarbeiterIn der Firma zu werden und auch im Laufe der Zeit mehr Verantwortung und Kompetenzen übertragen zu bekommen. Seien Sie aber vorsichtig mit dieser Äußerung, da sie sehr leicht so interpretiert werden könnte, dass Sie schon jetzt mit der Stelle, um die Sie sich bewerben, unzufrieden sind.
Ähnliches gilt, wenn Sie eine ganz bestimmte Position als Ihr Ziel nennen, wie z.B. einmal ChefIn der Vertriebsabteilung zu werden. Ihre Erklärung kann leicht fehlinterpretiert werden und künftige Kompetenzstreitigkeiten erwarten lassen. Was Sie hier betonen müssen ist, dass Sie die Firma sehr schätzen und dass Sie hoffen, ein/e geschätzte/r MitarbeiterIn der Firma zu werden.
Beschränken Sie sich bei Ihrer Antwort auf berufliche Ziele. Es ist irrelevant, dass Sie in zwei Jahren den New York-Marathon laufen wollen oder dass Sie in spätestens fünf Jahren verheiratet sein wollen.
Sollten Sie explizit nach privaten Zielen gefragt werden, so sind Sie vorsichtig mit all jenem, was große private Veränderungen betrifft, die sich auf berufliche Dinge auswirken könnten (Hausbau – Sie werden Ihre Kraft nicht voll und ganz der Firma zur Verfügung stellen können. Eheschließung – bald werden Sie schwanger sein, Übersiedlung – der Arbeitsweg wird Ihnen dann zu weit sein etc.)
Wichtig ist also, dass Sie erwähnen, dass Sie die Firma sehr schätzen, dass Sie die Tätigkeit, die Sie ausüben werden, gerne machen, dass Sie in diesem Gebiet gerne wohnen und dass Sie keine Pläne haben, die Sie veranlassen könnten, den Arbeitsplatz nach kurzer Zeit zu verlassen. Und wieder einmal spielt die intensive Vorbereitung eine große Rolle. Wie bereits erwähnt sollten Sie sich im Vorfeld bereits umfangreiche Informationen über das Unternehmen besorgt haben. Gehen Sie jeweils kurz auf die Branche ein sowie auf Dienstleistungen / Produkte, die Unternehmensphilosophie, die Erfolge und aktuellen Entwicklungen (auch Probleme) des Unternehmens ein und seien Sie auch auf spezielle Nachfragen gefasst.
Der Verlierer antwortet: „Als Callcenter-Betreiber werden Sie Ihr Geld wohl mit Anrufen beim Kunden verdienen. Da die Firmen mittlerweile immer mehr Service auslagern, haben Sie mit Sicherheit viel zu tun. Jeder tut eben, was er am besten kann, und im Callcenter sitzen eben die Experten fürs Telefonieren."
Analyse: Diese Antwort kann nicht überzeugen, passt sie doch zu jedem Callcenter-Betreiber gleich gut. Der Bewerber vermittelt dem Personalverantwortlichen, dass er sein Unternehmen für austauschbar hält.
Der Gewinner antwortet: „Zu Ihren größten Auftraggebern zählt die Telekom International. Sie sind der bedeutendste Anbieter von Callcenter-Lösungen für Telekommunikationsfirmen und nehmen nicht nur Störungsmeldungen an, sondern bieten ein Full-Service-Paket."
Analyse: Mit etwas Vorbereitung sammelt der Bewerber Pluspunkte. Im weiteren Verlauf des Gesprächs wird ihm mehr Vertrauen und Aufmerksamkeit entgegengebracht als anderen Kandidaten. Schließlich zeigt seine Antwort, dass er sich aktiv mit seinem zukünftigen Arbeitgeber beschäftigt hat.
Da Sie gut vorbereitet sind, kennen Sie sich aus….. Auf diese Frage werden Sie nur eine zufrieden stellende Antwort geben können, wenn Sie sich gut vorbereitet haben, sich also intensiv mit dem Unternehmen und dem Stellenangebot auseinander gesetzt haben. Ihr Gegenüber sollte niemals das Gefühl bekommen, dass Sie sich schon bei unzähligen anderen Firmen beworben haben und es Ihnen nur um Geld, Prestige oder eine höhere Position geht.
Negative Antwort: "Die Stellenanzeige schien zu passen."
Positive Formulierungen: "Weil meine bisherige berufliche Entwicklung mich darauf vorbereitet hat, die Aufgaben eines XXX bei Ihnen zu übernehmen. So habe ich bereits ... (Beschreibung relevanter Tätigkeiten)." Oder "Mir gefallen die Philosophie und das Auftreten Ihres Unternehmens. Ich glaube, dass ich mich hier sehr wohl fühlen würde und meine Fähigkeiten hier am besten zum Tragen kämen."
Vermeiden Sie aber Schmeicheleien und geben Sie sich auf keinen Fall gleichgültig („weiß nicht“, „hat sich halt so ergeben“ ...).
In diesem Zusammenhang kommt auch oft die Frage, bei wie vielen Unternehmen Sie sich schon beworben haben. Der/die GesprächspartnerIn will damit herausfinden, ob das Unternehmen für Sie die erste Wahl oder nur eine „Notlösung“ ist.
Natürlich wird es oft der Fall sein, dass Sie schon einige Bewerbungen hinter sich haben. Um so wichtiger ist es zu signalisieren, dass Sie gut über das Unternehmen Bescheid wissen und echtes Interesse an der Stelle haben. Hier könnten Sie eine Beförderung erwähnen oder eine bemerkenswerte Fortbildung. Mit Schmierzettel wäre die falsche Antwort – dann schon eher Software-Programme, die bei der beruflichen Organisation helfen. Führen Sie gute Gründe an, die natürlich der Wahrheit entsprechen (längere Reisen, Krankheit – sofern jetzt ausgeheilt, …) Wenn Sie sich gut vorbereitet haben wissen Sie jetzt genau, welche Leistungen Sie in Ihrem aktuellen oder alten Beruf mit Freude erbracht haben und warum. Hier kommt es darauf an, überzeugend darzustellen, dass Sie bestimmte Tätigkeiten zwar nicht sonderlich gerne, aber dennoch gründlich erledigt haben. Nenne Sie ein paar Gründe, aber so, dass erkennbar ist, dass Sie beides können. Wenn Sie sich schon vor der Bewerbung gründlich überlegt haben, warum Sie genau diese Stelle interessiert, fällt Ihnen hier jetzt das Antworten ganz leicht. Selbstverständlich sind Sie generell sehr gut mit allen ausgekommen. Schließlich arbeiten Sie auch gerne im Team und gehen grundsätzlich auf Vorschläge, Aussagen und auch Anweisungen ein. Übertreiben Sie es jedoch nicht mit dem Eigenlob und damit, wie umgänglich und freundlich Sie grundsätzlich sind. Stellen Sie klar, dass es in einem Unternehmen natürlich ab und zu zu Meinungsverschiedenheiten kommt. Verweisen Sie jedoch darauf, dass es dabei nur um fachliche Problemfelder ging und die kleinen Auseinandersetzungen immer schnell geklärt waren. Problem- und Konfliktlösungsfähigkeit sind schließlich immer gern gesehen. Ein „Nein, niemals“ kann auch als „ich kann mich nicht durchsetzen und habe deshalb immer klein beigegeben“ interpretiert werden.
zum Beispiel: - Berufsausbildung/Studienschwerpunkte - Berufstätigkeiten (Aufgaben + Verantwortlichkeiten) - Dauer der Berufsausübung
Ihre fachliche Qualifikation ist ausgesprochen wichtig und kann den Unterlagen nur in begrenztem Maß entnommen werden. Im Gespräch haben Sie die Gelegenheit, genauer zu erklären, was Sie wann und wo gemacht haben, wie Sie Ihre Kenntnisse erworben haben, was Ihnen besonderen liegt und was Sie bisher gerne gemacht haben. Fragen in diesem Bereich dienen in erster Linie zur Klärung, ob Sie die Anforderungen der offenen Stelle fachlich erfüllen können.
Diese Frage sollten Sie nie mit „Nein“ beantworten, obwohl Sie natürlich nie genau dieselbe Arbeit getan haben können, da keine Tätigkeit einer zweiten völlig gleicht. An jedem Arbeitsplatz müssen neue Fertigkeiten, Regeln und Details gelernt werden. Ein Koch in einem Restaurant wird nie in einem zweiten Restaurant genau dieselben Speisen mit genau denselben Geräten zubereiten. Der/die InterviewerIn möchte in erster Linie wissen, ob Sie sich in einer akzeptablen Zeit in eine bestimmte Tätigkeit einarbeiten können. Folglich sollten Sie alle Ihre bisherigen Erfahrungen erwähnen, die auf Ihre rasche Auffassungsgabe und Flexibilität schließen lassen.
Erwähnen Sie: Ihre bisherige praktische Erfahrung. Ihre schulische und berufliche Ausbildung, die für die betreffende Stelle interessant ist. Nichtbezahlte Tätigkeiten, die für die betreffende Stelle relevant sind. Wie rasch Sie diese Art von Tätigkeiten erlernt haben.
Zum Beispiel fragt Sie ein/e PersonalchefIn, ob Sie schon einmal im Verkauf tätig waren. Sollten Sie nicht direkt verkauft haben, so erwähnen Sie, wie gut Sie mit Menschen umgehen können, dass Sie in Ihren früheren Tätigkeiten Kundenkontakt hatten, dass Sie privat für Freunde (am Flohmarkt, Weihnachtsmarkt etc.) schon etwas verkauft haben und dass Ihnen das sehr liegt. In einem anderen Fall könnte Sie gefragt werden, ob Sie organisatorische Erfahrungen haben. Auch wenn Sie bis jetzt keine konkrete Berufspraxis darin haben, könnten Sie z.B. erwähnen, dass Sie im Rahmen Ihrer früheren Tätigkeit immer wieder auch organisatorisch tätig waren (lassen Sie sich vor dem Gespräch ein bis zwei Beispiele dazu einfallen), dass Sie im Rahmen von großen Familienfeiern, von Schulveranstaltungen Ihrer Kinder Organisationstätigkeiten unternommen haben und dass Sie natürlich auch Ihre Familie organisieren. Wenn Sie gefragt werden, ob Sie schon einmal als MöbelverkäuferIn gearbeitet haben und dies noch nicht der Fall war, führen Sie alle Ihre bisherigen Verkaufserfahrungen an, dass Sie sich z.B. vom Textilverkauf gut mit Stoffen, Farben und Mustern auskennen. Weisen Sie auf Ihr Interesse an der Möbelbranche und Ihre diesbezüglichen Kenntnisse, sowie an der Freude am Gestalten in Ihrem eigenen Heim hin. Versichern Sie außerdem in jedem Fall, dass Sie sicher die notwendigen Details rasch erlernen könnten. zum Beispiel: Teamfähigkeit Führungsfähigkeiten Durchsetzungsfähigkeiten Weiterbildungswille Selbständigkeit Belastbarkeit Entscheidungsfreude u.v.m.
Hier gilt es - wie so oft im Bewerbungsgespräch - „Bilder zu malen“. Schildern Sie Situationen, in denen Sie entscheidungsfreudig waren, Stress-Situationen gemeistert haben, Ihre Teamfähigkeit unter Beweis gestellt haben. Und lassen Sie dadurch Ihr Gegenüber daran teilhaben, mitlegen. Die Art und Weise, W I E Sie an Aufgaben herangehen, W I E Sie sich präsentieren und ausdrücken, W E L C H E N Gesamteindruck Sie hinterlassen, nimmt der der/die InterviewerIn zum Anlass, Rückschlüsse auf Ihre Persönlichkeit zu ziehen.
Denn um nichts anderes geht es hier: sich einen Eindruck von Ihren (für die Stelle relevanten) Persönlichkeitseigenschaften zu verschaffen. Verfügen PersonalistInnen über genügend Erfahrung, Menschenkenntnis und psychologisches Hintergrundwissen, wird ihnen eine halbwegs stimmige Einschätzung gelingen. Allerdings ist dieser Bereich auch derjenige, dem die höchste Fehlerquote (Fehleinschätzungen) zugeschrieben wird. Individuelle Erwartungshaltungen, Einstellungen, Vorurteile, und diverse andere Fehlerquellen haben einen großen Einfluss auf die Beurteilung. Als BewerberIn haben Sie hier leider wenig Einfluss. Nur absolute Profis, die sich der möglichen Fehlerquellen ständig bewusst sind und permanent versuchen dem entgegenzuwirken (z.B. auch durch Supervision) haben eine gute Chance, eine objektive und annähernd realitätsnahe Einschätzung zu machen. Wenn Sie also falsch eingeschätzt werden sollten, liegt das keineswegs an Ihnen! Ihr Verhalten in Zukunft zu verändern, wäre völlig verkehrt, denn der/die nächste GesprächspartnerIn hat wieder ganz andere Vorstellungen (die Sie nicht kennen können). Das beste, was Sie machen können: Bleiben Sie sich treu! Vertrauen Sie auf die Fähigkeiten Ihres Gegenübers und vermeiden Sie jegliche Übertreibungen, die eine Beurteilung in eine bestimmte Richtung lenken sollen - das wird in jedem Fall bemerkt und zu Ihrem Nachteil ausgelegt. Hier versucht man herauszufinden, ob Sie realistische Vorstellungen von Ihrem zukünftigen Arbeitsplatz haben und ob es Ihnen dort gefallen würde. Wichtig ist PersonalistInnen auch, ob Sie sich im Vorfeld der Bewerbung bereits mit dem Unternehmen beschäftigt hat.
Aus Ihrer Antwort schließt der/die GesprächspartnerIn, wie ernst es Ihnen ist, gerade bei diesem Unternehmen zu arbeiten. Erwecken Sie nicht den Eindruck, dass Sie ebenso gerne bei einem Konkurrenzunternehmen anfangen würden oder dass Sie nichts anderes in den Stellenanzeigen gefunden haben. Besser ist es, wenn Sie glaubhafte Argumente gerade für diese Firma vorbringen können und holen Sie dazu vor dem Gespräch Erkundigungen ein.
Vermeiden Sie auch Antworten aus dem persönlichen Bereich, wie passende Arbeitszeiten, die Sie gut mit Ihrer privaten Zeitplanung koordinieren können, die Lage der Firma (praktisch, ich wohne gleich ums Eck) etc.
Antwortmöglichkeiten dafür sind: Der gute Ruf der Firma, und wie gern Sie anderen erzählen würden, dass Sie dort arbeiten. Die gute Qualität der Produkte/Dienstleistungen, die Sie persönlich benutzen/in Anspruch nehmen und hinter denen Sie voll und ganz stehen könnten. Sie haben gehört, dass es in der Firma fair zugeht und gute Arbeit entsprechend honoriert wird. (Nennen Sie ruhig die Namen derer, von denen Sie das gehört haben). In dieser Firma können Sie Ihren Kenntnissen und Neigungen entsprechend eingesetzt werden. Sie mögen diese Art von Tätigkeit und sind sicher, dass Sie gute Arbeit leisten werden. Dass Sie im Rahmen dieses Vorstellungsgespräches einen sehr guten Eindruck von dieser Firma und vom Firmenstil gewonnen haben und Sie sicher sind, dass Sie sehr gut in das Team passen würden.
Vergessen Sie nicht: Die Unternehmensziele sind auch Ihre Ziele. Wenn Ihnen diese direkte Frage gestellt wird, will Ihr Gegenüber in gewissem Sinne, dass Sie sich in seine/ihre Lage versetzen und für ihn/sie die Entscheidung übernehmen. Diese Frage wird eher am Ende eines Gespräches gestellt.
Sie werden herausgefunden haben, worauf in dieser Firma/für diese Position besonders Wert gelegt wird. Hier haben Sie die Chance sich und Ihre Stärken (nochmals) ins rechte Licht zu rücken. Denken Sie daran, dass die meisten Arbeitgeber darauf Wert legen, dass sich MitarbeiterInnen mit der Firma identifizieren können und gerne dort arbeiten – wer gerne arbeitet, arbeitet auch gut. Betonen Sie, dass Sie das Gefühl haben, sehr gut in das Team zu passen.
Fehler: „Ich habe die Qualifikation, die Sie suchen, Berufserfahrung und..und..und.“ Auch das weiß Ihr Gegenüber. In den meisten Fällen hat er/sie Ihre Unterlagen gelesen und hätte Sie ohne die Qualifikation gar nicht zum Gespräch eingeladen. Sie erzählen ihm also Dinge, die nicht neu sind.
Was tun? Holen Sie Ihre/n GesprächspartnerIn ins Boot. Bestätigen Sie die Entscheidung, Sie eingeladen zu haben.
„Auf Grund meiner Unterlagen habe ich Sie hoffentlich für mich interessiert, sonst wäre ich nicht hier. Zusätzlich zu dem, was Sie schon wissen, sprechen für mich sicher ………“ Hier sprechen Sie persönliche Stärken und Schlüsselqualifikationen an, von denen Sie annehmen, dass auf diese für die zu besetzende Stelle Wert gelegt wird. Berufserfahrung, Qualifikationen etc. kann Ihnen Ihr Gegenüber möglicher Weise zerreden. Persönliche Stärken dagegen nicht. Suchen Sie sich Möglichkeiten, nicht angreifbar zu sein. Ihre berufliche Qualifikation ist die Basis der erfolgreichen Bewerbung, Ihre persönlichen Stärken runden das Profil ab.
Betonen Sie darüber hinaus, wie sehr Ihnen das, was Sie bis jetzt von der Firma erfahren haben bzw. die Atmosphäre des bisherigen Gesprächsverlaufes gefällt, und dass Sie das Gefühl haben, sehr gut in das Team zu passen und sich mit dem Firmenimage, den Produkten etc. identifizieren werden können. Die meisten Unternehmen wollen nämlich MitarbeiterInnen, die sich gut in das Gesamtgefüge einfügen.
Also: Sie sind wegen Ihrer Qualifikation eingeladen worden, machen Sie sich als „Mensch“ interessant. Nur dann haben Sie eine reelle Chance. Eigene Leistung unterstreichen!
Wechselmuffel stehen im Verdacht, dass sie auch sonst unflexible Menschen sind. Dabei würde der jetzige Wechsel Flexibilität erfordern!
Dauerwechslern scheint es an innerer Motivation und Ausdauer zu fehlen - und der potenzielle neue Chef hat keine Lust, sie durch ständige "Bravo!"-Rufe bei Laune zu halten.
Antwortstrategie: Als Wechselmuffel machen Sie deutlich: Sie haben intern immer wieder neue Herausforderungen gefunden. Motto: In der Firma geblieben, aber nicht auf der Stelle getreten. Auch wollten Ihre alten Arbeitgeber Sie um keinen Preis ziehen lassen.
Als Dauerwechsler unterstreichen Sie Ihre häufig bewiesene Qualität, sich blitzschnell einzuarbeiten - und erklären, weshalb diese Position für sie eine langfristige Herausforderung ist ("Hier kann ich meine Fähigkeiten ideal einbringen, zum Beispiel…"). Wenn Sie das gefragt werden, versucht man herauszufinden, ob Sie Schwierigkeiten gehabt haben, die auch in dieser Firma auftreten könnten. Diese Frage wird manchmal auch auf Bewerbungsbögen gestellt.
Es muss erwähnt werden, dass meistens mehrere Gründe für die Aufgabe einer Beschäftigung ausschlaggebend sind, und dass nur jene genannt werden sollten, die weder über Sie noch über ehemalige ArbeitgeberInnen etwas Negatives aussagen – so schwierig dies auch scheint. Die Tatsache, dass Sie sich in einer Firma nicht wohl gefühlt haben, bedeutet noch lange nicht, dass Sie sich nicht in einer anderen bestens zurechtfinden werden.
Es macht also nichts, wenn Sie einmal ein Problem, das Sie an Ihrem letzten Arbeitsplatz hatten, erwähnen – versuchen Sie dies aber möglichst sachlich darzustellen und halten Sie dabei Ihre Emotionen im Zaum. Es kann in einer einmaligen Verflechtung von Umständen entstanden sein und wird sich anderswo nicht wiederholen. Wenn Sie die Situation glaubhaft darlegen, wird man Ihre Offenheit wahrscheinlich honorieren. Ihr Gegenüber wird versuchen herauszufinden, ob die Beendigung Ihrer letzten Arbeitsverhältnisse in den Umständen begründet waren oder auf einem Missverständnis zwischen Ihren Ansprüchen und Ihren Leistungen zurückzuführen ist. Achten Sie darauf, dass man in Ihren Antworten keine Widersprüche entdecken kann.
Zu den häufigsten Gründen für die Aufgabe einer Stelle gehören: Es wurden Personalkürzungen/Umstrukturierungen durchgeführt. Es die Firma gar nicht mehr gibt, bzw. ihr Standort wurde verlegt. Es handelte sich um eine Saisonarbeit, eine befristete Tätigkeit oder um eine Teilzeitbeschäftigung. Die Tätigkeit war nur als Nebenbeschäftigung geeignet, während Sie in die Schule gingen, Sie sich noch mehr um die Familie kümmern mussten etc. Die Hin- und Rückfahrt nahm zu viel Zeit in Anspruch. Ihnen gefiel die Region nicht / Sie sind übersiedelt. Die Firma konnte auf Grund von wirtschaftlichen Schwierigkeiten das übliche Gehalt nicht mehr zahlen.
Außerdem kann der Wunsch nach beruflicher Veränderung Ihre Entscheidung zur Aufgabe der Stelle bewirkt haben: Ich möchte meinen Schwerpunkt auf ……. legen, ich möchte mehr Verantwortung übernehmen, ich möchte eine andere Branche kennenlernen, mit anderen Produkten arbeiten; ich habe mir im Zuge von Weiterbildungen Kenntnisse in …… erworben und konnte diese leider bei meiner letzten Arbeitsstelle nicht anwenden …...
Betonen Sie, dass Sie das Gefühl haben, dass dies bei der Stelle, bei der Sie sich gerade bewerben, möglich ist.
Welche Gründe Sie auch angeben, weisen Sie immer darauf hin, dass für den Arbeitsplatz, um den Sie sich jetzt bewerben, all diese Schwierigkeiten nicht zutreffen.
Wenn Sie also sagen, dass Sie Ihre letzte Arbeit aufgegeben haben, weil damit eine zu lange Fahrzeit verbunden war, dann weisen Sie darauf hin, dass der nun von Ihnen beworbene Arbeitsplatz keine lange Fahrzeit erfordert. Ähnlich verfahren Sie bei anderen Fragen. Bei der Beschreibung Ihres letzten Arbeitsplatzes sollten Sie positive Aspekte anführen, auch wenn er manche unliebsame Merkmale gehabt hat, wie das bei Arbeitsplätzen eben der Fall ist. Sagen Sie nichts Negatives über die Firma oder deren ChefIn, sondern lediglich, dass Ihre Wünsche und Vorstellungen mit diesem Arbeitsplatz nicht zu vereinbaren waren. Wenn Sie diese kritisieren, muss der/die InterviewerIn annehmen, dass Sie einmal genauso über diese Firma urteilen würden. Hingegen wird er/sie Sie als tolerant und korrekt empfinden, wenn Sie positiv urteilen und er wird daraus schließen, dass Sie sich dieser Firma gegenüber genauso verhalten werden.
Werden Sie danach gefragt, wie sie mit den Ex-KollegInnen oder Vorgesetzten zurechtkamen, ziehen Sie bloß nicht vom Leder. Man wird Sie für schwierig und im Ernstfall nicht für teamfähig halten.
Nennen Sie also möglichst objektiv positive und negative Seiten Ihrer alten Arbeitsstelle: etwa mangelnde Fortbildungs- oder fehlende Aufstiegsmöglichkeiten. Das sind gute Gründe, eine Arbeitsstelle zu verlassen. Versäumen Sie aber nicht, auch etwas Positives zu erwähnen: das gute Betriebsklima zum Beispiel.
Vermeiden Sie zu sagen, dass Sie entlassen worden sind, auch wenn das der Fall war. Die beste Antwort auf diese Frage wäre, einen offenen Empfehlungsbrief Ihres/Ihrer letzen Arbeitgebers/Arbeitgeberin vorzuzeigen.
Natürlich gibt es immer wieder etwas, was einem/einer an jemand anderem nicht gefällt und selbstverständlich gilt das auch für das Verhältnis zwischen ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen.
Da Sie Ihre positiven Merkmale betonen möchten, erwähnen Sie nichts Negatives, auch wenn es Dinge gegeben hat, die Ihr/e ArbeitgeberIn vielleicht kritisiert hat. Zählen Sie also Eigenschaften auf, die Ihr/e ArbeitgeberIn Ihrer Meinung nach an Ihnen geschätzt hat oder worüber er/sie sich zumindest nicht beschwert hat, wie z.B. Ihre große Sachkundigkeit, Ihr Verantwortungsbewusstsein, Ihre Verlässlichkeit, Ihre Fähigkeit, mit Menschen umzugehen, mit denen viele andere Schwierigkeiten hatten, Ihr zügiges Arbeitstempo, Ihre Bereitschaft, bei Bedarf Überstunden zu machen und Ihre Freundlichkeit beim Umgang mit KundInnen. Wenn Sie sich an nichts dergleichen erinnern, versuchen Sie sich an ein Kompliment oder ein Lob zu erinnern, das er/sie irgendwann einmal ausgesprochen hat.
Haben Sie einen offenen Empfehlungsbrief, so spricht dieser für sich, und Sie sollten ihn dem/der InterviewerIn geben. Wenn nicht, schlagen Sie vor, dass Ihr/e ArbeitgeberIn jederzeit kontaktiert werden kann. Sie lassen erkennen, dass Sie ganz sicher sind, dass er/sie eine günstige Meinung über Sie hat, indem Sie z.B. sagen: „Ich bin sicher, dass er/sie nur Gutes über mich sagen wird. Ich habe zwei Jahre bei ihm/ihr gearbeitet.“
Wenn Sie entlassen worden sind oder mit Ihrem/Ihrer früheren Vorgesetzten schlecht ausgekommen sind, könnten Sie unter Umständen diese Firma in Ihrem Lebenslauf auslassen, wenn Sie sicher sind, dass sich Ähnliches bei einer anderen Firma nicht wiederholen wird.
Wichtig ist, von Ihren früheren Arbeitsstellen Dienstzeugnisse zu haben. Diese können auch noch nach Jahren nachgefordert werden. Damit ersparen Sie sich viel Herumgerede – überreichen Sie einfach die Zeugnisse und sagen Sie freundlich, dass Sie natürlich gerne einiges aus Ihrer Sicht ergänzen können.
Falls sich der/die InterviewerIn mit früheren ArbeitgeberInnen in Verbindung setzt, was ohnehin selten der Fall ist, können Sie durchaus positiv überrascht werden, wenn Sie erfahren, dass Ihr/e ehemalige/r ArbeitgeberIn eine sehr hohe Meinung von Ihnen hat, obwohl er/sie Sie gekündigt hat. Wenn Sie das Gehalt nun kleinreden, präsentiert Ihr Gesprächspartner Ihnen bei der folgenden Verhandlung die Quittung: "Aber Sie haben doch gesagt..." Wenn Sie dagegen Dollar-Zeichen in den Augen haben, zweifelt er an Ihrer inneren Motivation.
Antwortstrategie: Betonen Sie, dass beides für Sie wichtig ist: die Herausforderung und das Gehalt. Motto: Erst will ich bei der Jagd auf den Bären mein Bestes tun - dann möchte ich an seinem Fell beteiligt sein. Selbst die versiertesten BewerberInnen kommen bei dieser Frage ins Schwitzen. Kein Wunder, denn von der richtigen Antwort hängt einiges ab. Hopp oder Top: Das Wissen um den eigenen Marktwert ist notwendig für das berufliche Weiterkommen. Gut ist es daher, wenn Sie sich im Vorfeld bereits darüber informieren, wie hoch die kollektivvertraglich festgelegte Entlohnung für diese Arbeit ist, was üblicherweise für so eine Position bezahlt wird, welches Gehaltsschema die Firma hat. Bereiten Sie sich also gut auf die Frage vor, welches Gehalt Sie erwarten. Um Ihren Gehaltswunsch zu ermitteln, berücksichtigen Sie alle Bezüge Ihrer bisherigen (letzten) Position einschließlich geldwerter Vorteile wie Dienstwagen, betriebliche Altersversorgung, Überstundenbezahlungen, Provisionen, Prämien, Sozialleistungen (verbilligter Mittagstisch, verbilligte Einkaufsmöglichkeiten …). Die Summe sollte 5 bis 20 % über Ihrem letzten Gehalt liegen bzw. an den marktüblichen Gehältern und Ihrem Leistungsvermögen orientiert sein. Auskünfte über übliche Gehälter erfährt man über die Berufsverbände. Informationen über die aktuellen Kollektivverträge erhalten Sie von Ihrer Gewerkschaft oder im Internet.
Wer zu viel verlangt, verspielt möglicherweise seine Karriere. Wer zu wenig verlangt, wird von den Unternehmen häufig als unglaubwürdig oder schlecht informiert eingeschätzt und signalisiert außerdem mangelndes Selbstbewusstsein, macht sich gar verdächtig. Erfahrene Personalverantwortliche dürfte schnell an der Kompetenz dieses/r BewerberIn zweifeln.
Im ersten Vorstellungsgespräch steht die Gehaltsfrage meistens noch nicht im Mittelpunkt. Dennoch werden Sie gegen Gesprächsende wahrscheinlich nach Ihren Gehaltsvorstellungen befragt. In einem weiteren Gespräch wird dann zumeist über das genaue Gehalt verhandelt.
Oft werden Gehaltsthemen in einer zu frühen Phase des Gespräches (oft sogar schon am Telefon) angeschnitten. Beantworten Sie diese Frage erst, wenn Sie genau Ihr Aufgabengebiet, Ihre Position, Ihre Verantwortung etc. wissen. Sollte dies noch nicht der Fall sein, fragen Sie nach. Sollten Sie über die vorhin angeführten Details bereits Bescheid wissen, können sich natürlich mit einigen ausweichenden Gegenfragen noch weiter an die Sache herantasten: Ich nehme an, Sie haben ein fixes Gehaltsschema ….. Was haben denn Sie für diese Position veranschlagt?
Letztendlich wird es in den allermeisten Fällen an Ihnen liegen, einen ersten Betrag einen Rahmen (von – bis) nennen zu müssen. Sagen Sie dann den Betrag mit fester Stimme, ohne Einschränkung, Relativierung oder Rechtfertigung. Auf Wunsch erläutern und begründen Sie Ihre Gehaltsvorstellung.
Wer bei der Frage nach dem Gehalt keine klare Antwort geben kann, zeigt dem Gegenüber: Ich bin mir nicht so richtig sicher - entweder, ob ich den Job überhaupt packen kann oder ob ich meine eigenen Fähigkeiten und meinen Marktwert kenne.
Flexibilität ist ein weiterer Bonus, der Bewerber an das Ziel "Wunschgehalt" bringen kann. Statt auf der geforderten Summe zu beharren, besteht ja auch die Möglichkeit, Alternativen anzubieten. Ein Teil des Gehaltes könnte zum Beispiel durch einen Firmenwagen ersetzt werden, durch Erfolgsprämien, durch Sozialleistungen oder durch Zuschüsse für Familien.
Wenn Sie direkt nach Ihrem jetzigen Gehalt gefragt werden, handelt es sich um eine unerlaubte Frage, die Sie nicht wahrheitsgemäß beantworten müssen. Da die üblichen Gehälter innerhalb einer Branche bekannt sind, können Sie durch eine Übertreibung jedoch die Chance auf den neuen Job zerstören.
Denkbar ist es natürlich auch, für die Probezeit auch ein "Probegehalt" zu vereinbaren, dass dann später automatisch angepasst wird.
Ganz wichtig: Nennen Sie den Betrag bitte immer in Euro (nicht mehr in Schilling!!!) und gehen Sie von monatlichen Bruttobeträgen aus. Erst in „höheren Etagen“ ist es üblich, von Jahresbeträgen zu sprechen.
Ausschlaggebend für Ihre Gehaltswünsche darf auf keinen Fall Ihre persönliche Situation sein. Ein Arbeitgeber zahlt Sie nicht dafür, weil Ihre Miete, Ihre Alimentationszahlungen, Ihre Kreditrückzahlungen so hoch sind. Die Bezahlung ist die Gegenleistung für Ihre Arbeitsleistung.
Sollten Sie nicht auf das Gehalt angesprochen werden, müssen Sie spätestens, wenn Sie den Zuschlag für den Job bekommen, dieses Thema anschneiden.
Bei aller Bedeutung der Gehaltsfrage sollten BewerberInnen aber nicht den Eindruck vermitteln, dass es Ihnen in erster Linie ums Geld geht, sondern dass Sie gerne in diesem Unternehmen arbeiten möchten, weil Sie hier ein Aufgabengebiet gefunden haben, dass ganz Ihren Vorstellungen, Qualifikationen und Wünschen entspricht. Ein/e ArbeitgeberIn möchte sich darauf verlassen können, dass die MitarbeiterInnen zuverlässig zur Arbeit kommen, und mit dieser Frage möchte er/sie prüfen, ob Sie verlässlich sind. Wenn bekannt ist, dass Sie längere Zeit abwesend waren, erklären Sie dem/der InterviewerIn den schlüssigen Grund und auch warum Sie glauben, dass sich das nicht mehr wiederholen wird. Diese Frage wird Ihnen vor allem dann gestellt werden, wenn Sie älter sind, kleine Kinder haben oder irgendeine sichtbare Behinderung haben. Dasselbe gilt für Arbeitsplätze, bei denen generell eine hohe Abwesenheitsrate festzustellen ist oder bei denen es eine ernsthafte Arbeitsbeeinträchtigung bedeutet, wenn jemand nicht am Arbeitsplatz erscheint. Hier will man in Erfahrung bringen, wie verlässlich Sie sind. Hier geht es nicht darum, ob Sie Probleme mit dem Meniskus haben, als Kind eine Blinddarmentzündung hatten oder ob Sie an Kopf- und Rückenschmerzen leiden. Der/die InterviewerIn will lediglich wissen, ob damit zu rechnen ist, dass Sie aus gesundheitlichen Gründen öfter dem Arbeitsplatz fernbleiben werden. Letztlich sollten Sie entscheiden, ob Ihr Gesundheitszustand für eine bestimmte Stelle ausreicht, schließlich kennen Sie Ihren Gesundheitszustand am besten. Deshalb sollten Sie Antworten in folgender Art geben: Meine Gesundheit ist ausgezeichnet. Ich war nie länger im Krankenstand. Bei meiner letzten Arbeitsstelle habe ich insgesamt genau 3 Tage wegen einer Grippeerkrankung gefehlt. Ich fühle mich sehr fit und gesund. Ich achte sehr auf meine Gesundheit, gehe regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen, betreibe Sport/Yoga/Fitnesstraining etc.
Wenn Sie Beschwerden haben, die für andere nicht erkennbar sind, wie z.B. Probleme mit dem Blutdruck oder mit den Nieren, erwähnen Sie diese nicht, außerdem können die meisten Beschwerden so weit behandelt werden, dass fast jede Tätigkeit ungehindert ausgeübt werden kann.
Für den Fall, dass Sie an einer klar erkennbaren Krankheit oder Behinderung leiden, ist folgendes ratsam:
Besorgen Sie sich ein Schreiben Ihres Arztes, aus dem hervorgeht, dass Sie sich keiner größeren Behandlung unterziehen müssen und dass Ihre allgemeine Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigt ist. Als zweite Regel gilt, dass Sie selbst das Problem erwähnen, bevor der/die InterviewerIn darauf zu sprechen kommt, da es unangenehm sein kann, darüber zu reden, aber er/sie sich dennoch dadurch beeinflussen lässt. Stellen Sie unter Beweis, dass Sie trotz Ihrer Behinderung normale Tätigkeiten verrichten können. Wenn Sie z.B. im Rollstuhl sind, zeigen Sie vor, wie leicht Sie sich im Raum hin- und herbewegen können. Die tatsächliche Vorführung Ihrer Fähigkeiten ist überzeugender als jede mündliche Erklärung. Ersuchen Sie den/die InterviewerIn, eine Situation zu nennen, in der, wie er/sie glaubt, Ihre Behinderung Schwierigkeiten bereiten könnte und zeigen Sie dann vor, wie Sie mit einer solchen Situation fertig werden.
Führen Sie Sie Argumente an, warum Sie glauben, dass sich Ihre Behinderung in der Firma positiv auswirken könnte. Zum Beispiel wirkt eine behinderte Person, die volle Arbeit leistet, auf KollegInnen motivierend. Außerdem verhalten sich diese ihrem/ihrer ArbeitgeberIn gegenüber sehr loyal und wechseln ihren Arbeitsplatz weniger oft.
Weisen Sie Ihre/n InterviewerIn auf Vorteile hin, die ganz speziell auf Sie persönlich zutreffen. Sogar wenn bekannt ist, dass Sie AlkoholikerIn waren oder dass Sie vorbestraft sind, können Sie betonen, dass Sie jetzt, nachdem Sie geheilt sind, überhaupt nichts Alkoholisches mehr trinken und Sie daher diesbezüglich im Vergleich zu Leuten mit üblichen Trinkgewohnheiten keine Schwierigkeiten machen, oder dass Sie als Vorbestrafte/r nicht einmal einen Bleistift aus Versehen nehmen würden, um sich Ihre Chance nicht zu verpatzen.
Betonen Sie bei der Beantwortung dieser Frage, dass Sie immer zuverlässig waren, und versichern Sie, dass Sie das auch in Zukunft sein werden. Sehr gut ist hier eine Gegenfrage: „Ab wann ist denn die Besetzung dieser Stelle vorgesehen.“ Sie werden aus dem bisherigen Gesprächsverlauf wahrscheinlich herausgefunden haben, wie dringend die Stelle zu besetzen ist. Sollten Sie den Eindruck haben, dass es sehr dringend ist, dann antworten Sie natürlich dementsprechend: „Wenn Sie wollen, kann ich gleich morgen anfangen.“ Ansonsten ist es üblich, zum nächsten Monatsersten oder 15. anzufangen. Schlagen Sie dies vor und fragen Sie, ob das so passt. Sollten Sie das Gefühl haben, es ist nicht ganz so dringend, dann schlagen Sie nicht vor, dass Sie sofort beginnen, das kann aufdringlich wirken.
Wenn Sie noch bei einem anderen Unternehmen beschäftigt sind und eine Kündigungsfrist von einer oder mehreren Wochen haben, wird Ihr/e neue/r ArbeitgeberIn sicher respektieren, dass Sie später anfangen, da das bedeutet, dass Sie sich ihm/ihr gegenüber genauso verhalten würden.
Ein Grund zum Zögern könnte sein, dass Sie noch wegen einer anderen Position, um die Sie sich beworben haben, abwarten wollen. Sagen Sie dennoch zu und vereinbaren Sie Ihren Termin für den Arbeitsbeginn. Schließlich gibt es eine einmonatige Probezeit, d.h. Sie können – sollte Ihnen bei einem anderen, interessanteren Job noch eine Zusage gegeben werden – das Arbeitsverhältnis innerhalb der Probezeit jederzeit sofort kündigen. Erwähnen Sie nichts Negatives, sondern antworten Sie so, als ob Sie nach Ihren Stärken gefragt worden wären. Wörter, die hier angebracht sein könnten, sind z.B. verlässlich, gewissenhaft, freundlich, ordnungsliebend, ehrlich, kooperativ, umgänglich, fleißig, pflichtbewusst, zielstrebig, belastbar, praxisorientiert, erfahren, verantwortungsbewusst, kreativ, begeisterungsfähig, einsatzbereit etc.
Haben Sie dabei immer im Hinterkopf, dass dies nicht nur Worthülsen sind. Nichts peinlicher als Sie beschreiben sich mit „kreativ“ und es fällt Ihnen dann kein Beispiel für Ihre Kreativität ein. Nicht so gut ist darauf die Antwort: „Sie kennen ja auch die Konjunktur / die Situation am Arbeitsmarkt.“
Die Konjunktur kennt Ihr Gegenüber mit Sicherheit. Sie erzählen nichts Neues, machen aber die Tatsache der Arbeitslosigkeit von allgemeinen Gegebenheiten abhängig und wirken damit unprofessionell.
Die Antwort „Ich habe eben die Stelle gesucht, die mich am meisten anspricht“, bedeutet, dass Sie jemand sind, der mit offenem Mund auf gebratene Tauben wartet und nicht bereit ist, seine Arbeitslosigkeit zu beenden, auch wenn Sie in den einen oder anderen sauren Apfel beißen müssen.
„Die Konkurrenz ist ja auch sehr groß.“ Stimmt zwar, die Personalabteilung bekommt täglich Schreiben Ihrer KonkurrentInnen auf den Tisch. Im schlimmsten Fall werden Sie hören „Liebe Bewerberin, die besten setzen sich eben auch gegen harte Konkurrenz durch“. Damit haben Sie ein klassisches Eigentor geschossen.
Was also tun? „Ich bin zwar vorübergehend beim AMS gemeldet, dies hat aber nichts mit Untätigkeit zu tun, weil...“
Haben Sie vielleicht einen Kurs belegt, auf dieser Basis ihre Fachkenntnisse erweitert, endlich die Zeit gefunden, sich im Selbststudium das aktuellste EDV-Wissen anzueignen, hatten Sie einen Auslandsaufenthalt zur Verbesserung ihrer Sprachkenntnisse, haben Sie sich extern auf Stellen beworben, die dann doch betriebsintern besetzt wurden?
Wichtig ist zunächst, dass nie der Gedanke auf Untätigkeit aufkommt.
Werden Sie offensiv: „Es hat mich getroffen wie so viele qualifizierte Menschen in diesem Land. Aber ich denke doch, dass ich Sie im Gespräch so überzeugt habe, dass diese Situation für mich bald vorbei ist, wenn Sie mich eingestellt haben.“
Machen Sie ein Angebot: „Ich habe über das AMS die Möglichkeit, eine Woche bei Ihnen ein Praktikum zu machen, wir lernen uns kennen und Sie entscheiden danach über eine Zusammenarbeit.“
Also: Nicht über das Problem jammern, sondern Angebote machen. Gehen Sie mit der Tatsache der Arbeitslosigkeit souverän um. Arbeitslosigkeit ist ein veränderbarer Zustand und kein Schicksal. Wird diese Frage gestellt, so ist es bei Ihrer angestrebten Tätigkeit offensichtlich erforderlich, Termine einzuhalten, Stress standzuhalten. Nennen Sie Beispiele, wo Sie entweder in Ihrer Arbeit oder bei einer sonstigen Tätigkeit an Fristen gebunden waren. Sie könnten z.B. erwähnen, wie gut Sie mit einem unerwarteten dringenden Auftrag fertig wurden, wie Sie reagiert haben, als fünf KundInnen auf einmal im Geschäft und alle KollegInnen auf Mittagspause waren, wie es Ihnen in der Schule gelungen ist, sich innerhalb eines Tages auf drei entscheidende Prüfungen vorzubereiten oder wie Sie reagierten, als Sie mit Ihrem Boot in einen Sturm gerieten.
Nennen Sie mehrere Beispiele, aus denen klar hervorgeht, wie Sie in jeder Situation einen kühlen Kopf bewahren und Sie sich von Stress nicht unterkriegen lassen, sondern dass er Ihnen ganz im Gegenteil manchmal sogar richtig fehlt. Wenn Sie nach Ihrem Alter gefragt werden, bedeutet das in der Regel, dass Sie für Ihre angestrebte Tätigkeit als zu alt oder zu jung befunden werden. Als allgemeine Regel dabei gilt, dass Sie darauf hinweisen, dass sich Ihr Alter nicht zum Nachteil, sondern in gewisser Hinsicht zum Vorteil auswirken würde.
Sind Sie bereits älter, so können die Befürchtungen dahingehend sein, dass Sie nicht flexibel genug sind, dass Sie nicht unter einem/einer jüngeren Vorgesetzten arbeiten wollen und dass Sie bald in Pension gehen werden.
Sie sollten alle diesbezüglichen Zweifel zerstreuen und die Vorteile Ihres Alters anführen:
dass Sie über viel Berufserfahrung besitzen und viele Veränderungen innerhalb der Branche / des Berufes erlebt und mitgetragen haben und daher wahrscheinlich flexibler als ein junger Mensch sind, dass Sie ein reifer Mensch mit gesundem Hausverstand sind, dass Sie viele Stress-Situationen erlebt haben und Sie daher nichts mehr so leicht aus der Ruhe bringt, dass Ihnen Verantwortungsgefühl und Firmenloyalität wichtig sind und dass man auf Sie zählen kann. dass Sie sich bester Gesundheit erfreuen, und dass Sie es gewohnt sind, nicht beim ersten Niesen gleich daheim zu bleiben, dass Sie in geordneten, stabilen familiären Verhältnissen leben und Sie nicht mehr durch Liebeskummer, durchgefeierte Nächte etc. aus der Bahn geworfen werden dass KundInnen normalerweise älteren Personen mehr vertrauen.
Sind Sie sehr jung, so kann der/die ArbeitgeberIn befürchten, dass Sie keine Erfahrung, wenig Verantwortungsbewusstsein haben, womöglich nur kurze Zeit bleiben werden, Sie Ihre Ausbildung fortsetzen wollen, oder dass Sie unzuverlässig sind und häufig zu spät oder überhaupt nicht an Ihrem Arbeitsplatz erscheinen werden. Versuchen Sie ihn/sie zu überzeugen, dass die Zweifel unbegründet sind, und verweisen Sie auf einige Vorteile, die die Anstellung eines jungen Menschen mit sich bringt:
rasche Auffassungsgabe und Lernbereitschaft, sehr frisches Wissen der neuesten Technologien, kräftig, guter Gesundheitszustand, Bereitschaft zur Übernahme neuer Aufgabenbereiche und Suche nach Selbstbestätigung, Dankbarkeit für Kritik und Verbesserungsvorschläge, da Sie noch viel zu lernen haben. Verschweigt ein/e DienstnehmerIn bei seiner/ihrer Anstellung bewusst und vorsätzlich eine für die Tätigkeit wesentliche Information und hat er oder sie die Firma dadurch dazu gebracht, das Anstellungsverhältnis mit ihm/ihr zu schließen, so hat der Arbeitgeber - je nach Fallkonstellation - verschiedene Möglichkeiten:
Hat der/die ArbeitnehmerIn den Arbeitgeber bewusst getäuscht (beispielsweise durch Vorspiegelung falscher Tatsachen, wie akademische Titel oder Ausbildungen, Fertigkeiten oder Kenntnisse) und hätte der Arbeitgeber den Arbeitsvertrag ohne diese Täuschung nicht abgeschlossen, so kann er den Dienstvertrag wegen Irrtums rückwirkend anfechten. Dies bedeutet, dass der Dienstvertrag rückwirkend wegfällt. Bemerkt der Arbeitgeber die Täuschung zwar nach Unterzeichnung des Dienstvertrages, aber noch vor Dienstantritt, käme auch ein Rücktritt des Arbeitgebers vom Vertrag in Betracht. Darüber hinaus muss der/die ArbeitnehmerIn bei Täuschung des Arbeitgebers in wesentlichen Punkten mit einer sofortigen Beendigung des Dienstverhältnisses durch Entlassung rechnen.
Ist dem Arbeitgeber durch das Verhalten des/r ArbeitnehmerIn ein finanziell messbarer Schaden entstanden (z. B. durch Kosten eines Headhunters etc), so kann er unter Umständen den/die ArbeitnehmerIn zusätzlich noch für diesen Schaden in Anspruch nehmen. Was würde Sie machen, wenn....? Es folgen dann fast unlösbare Aufgaben und Horrorszenarien.
„Was würden Sie machen, wenn Sie die Frau des Chefs dabei beobachten, wie Sie hier im Laden etwas mitgehen lässt?“
Bei derartigen Fragen müssen Sie wissen, dass man eigentlich nicht mit Ihnen diskutieren will, sondern Ihre Stress-Toleranz testen will. Gelassenheit ist angesagt, denn nur so bleiben Sie bei Stressbefragungen locker. Kreuzverhörähnliche Situationen, Überraschungen, unerwartete Fragen, bei denen Sie das Gefühl haben, in "die Ecke gedrängt" zu werden, sind darauf angelegt, zu sehen, wie selbstbewusst Sie sind. Man erkennt daran, wie Sie mit Stress umgehen können.
Lassen Sie sich wenn möglich nicht zu direkten Aussagen hinreißen, sondern antworten Sie ausweichend: „Ich hoffe doch, dass das nicht vorkommen wird. Und wenn doch, werde ich das in der betreffenden Situation entscheiden, dann kenne ich die Firmenkultur, die betreffenden Personen und die genaue Lage besser.“ Kettenfragen werden oft eingesetzt, um die Konzentrationsfähigkeit von BewerberInnen zu testen. Bei drei oder mehreren direkt aufeinander gestellten Fragen fällt es schwer, sich an die einzelnen zu erinnern. Gerade in Stress-Situationen kann man sich oft nur mehr an die letzte erinnern. Hier gilt es: Am besten Notizen machen und dann zur Beginn der Antwort Bezug auf die Teilfrage zu nehmen: „Zu Ihrer ersten Frage nach der Studiendauer ….“ „Sie haben ja sehr lange studiert, wie kam das?“
Geben Sie darauf zu Antwort: „Erst war dieses, dann jenes, dann bin ich bei einer Klausur durchgefallen, dann musste ich aus finanziellen Gründen nebenbei arbeiten ….“, dann sind Sie auf diese Unterstellungsfrage hereingefallen. Wer in dieser Form auf eine solche Frage antwortet, der hat die Unterstellung „zu lange studiert“ stillschweigend akzeptiert und ergeht sich in Folge förmlich in Erklärungs- und Entschuldigungsversuchen.
Bevor man antwortet, sollte man für Klärung sorgen: „Sie sagen – lange studiert. Absolut gesehen haben Sie vielleicht Recht. Sechs Jahre sind eine lange Zeit. In Anbetracht der durchschnittlichen Studiendauer an meiner Uni gehörte ich jedoch zu den Schnellsten.“ "Sind sie eher ein Teamplayer oder ein Einzelkämpfer?" Wenn sie davon ausgehen, Teamarbeit sei gefragt und sagen würden: "Ich arbeite lieber im Team." Hierauf könnte überraschenderweise nachgefragt werden: "Weshalb können Sie nicht allein arbeiten?" Gehen Sie jedoch davon aus, selbständiges Arbeiten sei wichtiger, sagen Sie unter Umständen: "Ich schätze das selbständige Arbeiten." Hierauf müssten sie ebenfalls mit einem irritierenden Konter rechnen: "Hatten Sie schon immer Mühe, in Teams zu arbeiten?"
Durch derartige Unterstellungen lassen sich viele Personen aus dem Konzept bringen. Deshalb lohnt es sich, bereits die erste Antwort zu überlegen und differenziert zu antworten: "Für mich ist beides wichtig: Die Teamarbeit, wie auch das selbständige Arbeiten." Danach könnten Sie mit einem Beispiel belegen, dass Sie Erfahrung haben in Teamkommunikation wie auch als EinzelkämpferIn. Sie müssen bei derartigen "Verdrehungen", stets die jeweilige Taktik erkennen, und Ihre Qualitäten sofort - aber ruhig - ins richtige Licht rücken. De Frage danach wird oft dann gestellt, wenn Sie noch oder vor kurzem bei einem Unternehmen der gleichen Branche gearbeitet haben. Unterliegt der/die einzustellende ArbeitnehmerIn nämlich im Verhältnis zu seiner früheren Firma einem Wettbewerbsverbot (vertragliche Verpflichtung, für einen gewissen Zeitraum nach dem Ausscheiden nicht bei der Konkurrenz zu arbeiten, damit das Firmen Know-how dem Wettbewerb nicht zugute kommt), dann kann die alte Firma eventuell gerichtlich verlangen, dass der/die ArbeitnehmerIn die neue Stelle wieder aufgibt - und das ist für den/die neue ArbeitgeberIn natürlich eminent wichtig. Nach Vorstrafen darf in Bewerbungsgesprächen gefragt werden - aber nur nach einschlägigen, also solchen, aus denen sich ein Verhalten ergibt, das für den Job schädlich sein könnte.
Der Kraftfahrer muss auf die Frage nach Vorstrafen also Auskunft über Verkehrsdelikte, nicht aber über seinen letzten Bankraub geben, der Kassierer muss die Wahrheit über seine Vermögensdelikte sagen (Diebstahl, Betrug etc.), darf aber seine Trunkenheitsfahrten und Wirtshausschlägereien verschweigen.
Fragen nach getilgten Vorstrafen sind unzulässig. Diese müssen Sie auch nicht anführen. Sollten Sie eine weiße Weste haben, dann ist es empfehlenswert, dies auch ohne Wenn und Aber zu sagen.
Anmerkung: Wird im Text auf rechtliche Themen oder Auslegung von Gesetzen Bezug genommen (z.B. in den FAQ), dann kann keine Gewähr übernommen werden, dass die Antworten rechtlich korrekt sind. Die Antworten sind keine Rechtsauskunft! Für Rechtsausküfte wenden Sie sich bitte an entsprechende Stellen (Juristen, Arbeiterkammer, Gewerkschaft,...) Generell dürfen Sie in einem Bewerbungsgespräch nicht nach einer Schwangerschaft gefragt werden und die müssen darüber auch keine Auskunft geben. Wenn diese Frage dennoch kommt: Nach aktueller Rechtsprechung darf eine Stellenbewerberin, auch wenn sie ausdrücklich danach gefragt wird, die Tatsache einer Schwangerschaft verschweigen. Das Verschweigen einer bestehenden Schwangerschaft bei Dienstantritt bildet keineswegs einen Entlassungsgrund.
Auch die Frage nach künftiger Familienplanung ist unzulässig. Auch wenn Sie vorhaben, in absehbarer Zeit schwanger zu werden, können Sie ruhig das Gegenteil behaupten. Sollten Sie Interesse an diesem Job haben, ist es empfehlenswert zu antworten:
„Ich habe bereits zwei Kinder und meine Familienplanung damit abgeschlossen.“ „Ich möchte mich in den nächsten 5 Jahren ganz auf meine Karriere konzentrieren und erst dann beginne ich mir diesbezügliche Gedanken zu machen.“
Sollten sich dann dennoch Nachwuchs ankündigen, dann hat das Leben halt anders gespielt, als Sie es ursprünglich vor hatten.
Anmerkung: Wird im Text auf rechtliche Themen oder Auslegung von Gesetzen Bezug genommen (z.B. in den FAQ), dann kann keine Gewähr übernommen werden, dass die Antworten rechtlich korrekt sind. Die Antworten sind keine Rechtsauskunft! Für Rechtsausküfte wenden Sie sich bitte an entsprechende Stellen (Juristen, Arbeiterkammer, Gewerkschaft,...) Ist dann zulässig, wenn es jobrelevant ist. Wird der Arbeitstag bei einem christlichen Verein jeweils mit einem Morgengebet begonnen, bzw. ist der Arbeitgeber der Meinung, dass diese Tätigkeit nur mit einer christlichen Grundeinstellung getan werden kann (z.B. Kindergärtnerin in einem Pfarrkindergarten), so kann diese Frage gestellt werden.
Bewirbt man sich bei einer Partei nahe stehenden Organisation bzw. für ein politisch geprägtes Amt, bzw. sollte man für die Ausübung einer Tätigkeit eine bestimmte politische Grundhaltung mitbringen, so ist eine dementsprechende Frage zulässig. In allen anderen Fällen, ist es ratsam, sich nach dem Hintergrund dieser Frage zu erkundigen.
Anmerkung: Wird im Text auf rechtliche Themen oder Auslegung von Gesetzen Bezug genommen (z.B. in den FAQ), dann kann keine Gewähr übernommen werden, dass die Antworten rechtlich korrekt sind. Die Antworten sind keine Rechtsauskunft! Für Rechtsausküfte wenden Sie sich bitte an entsprechende Stellen (Juristen, Arbeiterkammer, Gewerkschaft,...) Was man in seiner Freizeit tut, geht eine Firma grundsätzlich nichts an - es sei denn, die Freizeitbeschäftigung ist dazu geeignet, sich irgendwie auf den Beruf auszuwirken (sportliche Aktivitäten in einem Bewerbungsgespräch für einen Verkaufsjob in einem Sportgeschäft).
Es wird die Frage nach dem Privatleben aber oft gestellt, um das Bild von den/der BewerberIn abzurunden. PersonalistInnen möchten herausfinden, ob Sie ein geselliger/sozialer Mensch sind (die Freizeit mit anderen Menschen verbringen), ob Sie aktiv sind und etwas unternehmen (oder Sie in Ihrer Freizeit mit sich selber nichts anfangen können, als fern zu sehen).
Aber auch, wie viel Zeit Sie eventuell mit Freizeitaktivitäten gebunden haben und Sie daher z.B. keine Überstundenbereitschaft haben. Oder man will wissen, ob gar die Gefahr besteht, dass Sie Ihre Vereinstätigkeit in den Arbeitsalltag hereinbringen (häufige Privattelefonate, Anwerben von KollegInnen während der Dienstzeit, Erledigungen von Vereinstätigkeiten wie Kopieren, e-mails versenden etc. im Job).
Signalisieren Sie also, dass Sie ein aktives Freizeitverhalten haben, das aber nicht in den Beruf hineinreicht, und dass Sie einiges tun, um sich gesund und fit zu halten. Erwähnen Sie dabei eher moderate Sportarten und lassen Sie Ihre Ambitionen für Fallschirmspringen, Drachenfliegen oder Autorennfahren unerwähnt.
Stellen Sie sich darauf ein, über eine Freizeitaktivität sprechen zu können, bei der Sie sich gut auskennen. Nichts peinlicher als Ihre Ambitionen in der Gartenarbeit zu erwähnen – weil Sie annehmen, damit Pluspunkte sammeln zu können – und bei weiteren Fragen keine einzige Pflanzenart nennen zu können. Fragen nach Familienverhältnissen, soweit sie sich auf Aussagen zu Scheidungen, getrennten Lebensverhältnissen, Lebensformen oder außereheliche LebensgefährtInnen beziehen sind unzulässig.
Nach Kindern, EhepartnerInnen darf gefragt werden.
Wenn Sie nach Ihrem Familienstand gefragt werden, könnte die Frage in zwei Richtungen abzielen: Entweder nimmt der/die InterviewerIn an, dass daraus ein Problem entstehen könnte. Die Befürchtungen laufen in der Regel entweder darauf hinaus, dass eine verheiratete Person unter Umständen zu stark mit der Familie beschäftigt ist und die Flexibilität und die Einsatzbereitschaft darunter leiden.
Oder Sie sind unverheiratet, was häufig als zu instabil und zu unzuverlässig betrachtet wird. Sie müssen also unzweifelhaft klar machen, dass Ihr Familienstand Ihre Einsatzbereitschaft nicht beeinträchtigen wird. Außerdem sollten Sie die Vorteile Ihres Familienstandes für eine bestimmte Tätigkeit hervorheben.
Wenn Sie verheiratet sind: Sie haben keineswegs die Absicht, häufig den Arbeitsplatz zu wechseln, da Sie für die Familie sorgen müssen. Sie haben sich in diesem Gebiet niedergelassen, und es gefällt Ihnen und Ihrer Familie hier. Sie können Reisen und Überstunden machen, da Ihr/e PartnerIn dafür Verständnis hat, dass das ein fixer Bestandteil Ihres Berufes ist. Ihre Kinder sind während Ihrer Dienstzeit bestens versorgt und Sie müssen sich nicht frei nehmen, wenn Sie krank sind. Dieser Punkt ist besonders für Frauen mit kleinen Kindern wichtig. Ihr/e EhepartnerIn hat eine fixe Stelle und möchte in diesem Gebiet bleiben. Dieser Punkt ist besonders für Frauen wichtig, da die ArbeitgeberInnen oft befürchten, dass sie eine Mitarbeiterin verlieren, wenn ihr Ehemann in einem anderen Gebiet eine Stelle annimmt. Erzählen Sie über Ihre/n EhepartnerIn und Ihre Kinder, z.B. über deren Beruf, das Alter der Kinder und welche Schule sie besuchen.
Es kann vorkommen, dass der/die InterviewerIn Ihre/n PartnerIn kennt, sich für dessen Beruf interessiert, Kinder derselben Altersstufe hat usw,, wodurch sich eine Gemeinsamkeit zwischen Ihnen und dem/der GesprächspartnerIn herausstellen kann.
Wenn Sie unverheiratet sind: Sie können jederzeit Reisen oder Überstunden machen, da Sie ungebunden sind, Sie haben Zeit für Fortbildung in Form von Abend- oder Wochenendkursen, Sie leben gerne in diesem Gebiet, da Sie Verwandte und FreundInnen hier haben, und beabsichtigen nicht, zu übersiedeln, eine eventuelle Heirat würde keinen Grund für das Aufgeben Ihrer Stelle darstellen. (Dieser Punkt ist besonders für Frauen wichtig.)
Anmerkung: Wird im Text auf rechtliche Themen oder Auslegung von Gesetzen Bezug genommen (z.B. in den FAQ), dann kann keine Gewähr übernommen werden, dass die Antworten rechtlich korrekt sind. Die Antworten sind keine Rechtsauskunft! Für Rechtsausküfte wenden Sie sich bitte an entsprechende Stellen (Juristen, Arbeiterkammer, Gewerkschaft,...) Fragen nach Vermögensverhältnissen sind eigentlich unzulässig.
Ob ArbeitnehmerInnen Schulden haben oder nicht, geht ArbeitgeberInnen eigentlich nichts an, es sei denn, die Stelle ist durch ein besonderes Vertrauensverhältnis charakterisiert. D.h. wenn der/die ArbeitnehmerIn im Betrieb eine Vertrauensposition (z. B. als "rechte Hand des Chefs") einnehmen soll, dann hat der Chef natürlich ein Interesse daran, zu wissen, ob sein/e Angestellte/r dringend Geld braucht oder eventuell gar erpressbar ist. Speziell wenn diese Person im Betrieb mit erheblichen finanziellen Mitteln umgehen wird.
Nach Pfändungen dürfen ArbeitgeberInnen aber trotzdem fragen. Über kurz oder lang stellt sich sowieso heraus, ob gegen den Arbeitnehmer Pfändungstitel vorliegen, nämlich spätestens dann, wenn die Gläubiger des Arbeitnehmers die neue Arbeitsstelle herausgefunden haben und den Arbeitslohn auch dort pfänden. Weisen Sie in diesem Fall darauf hin, wie Sie in Ihrem persönlichen Fall froh über eine sichere Arbeitsstelle wären, da sich damit auch Ihre private Situation sehr verbessern würde und dass Sie sich mit besonderen Arbeitseinsatz erkenntlich zeigen werden.
Anmerkung: Wird im Text auf rechtliche Themen oder Auslegung von Gesetzen Bezug genommen (z.B. in den FAQ), dann kann keine Gewähr übernommen werden, dass die Antworten rechtlich korrekt sind. Die Antworten sind keine Rechtsauskunft! Für Rechtsausküfte wenden Sie sich bitte an entsprechende Stellen (Juristen, Arbeiterkammer, Gewerkschaft,...) ArbeitgeberInnen dürften grundsätzlich nur das fragen, was Sie für die zu besetzende Stelle qualifizieren kann. Nach Dingen, die für die Stellenbesetzung keine Rolle spielen, darf an sich nicht gefragt werden. Ein krasses Beispiel: Es dürfte kaum ein Job denkbar sein, bei dem es eine Rolle spielt, ob der/die BewerberIn privat in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebt. Eine Frage danach ist also generell nicht gestattet.
Was ArbeitgeberInnen fragen dürfen, hängt sehr stark vom Einzelfall ab. Will eine Tageszeitung z. B. einen neuen Redakteur einstellen, ist es durchaus gestattet, nach der politischen Einstellung des Bewerbers zu fragen. Soll nur eine Raumpflegerin angeheuert werden, ist die Frage nicht zulässig.
Allerdings kommt es immer wieder vor, dass sogenannte unzulässige Fragen gestellt werden. Das verlangt von den BewerberInnen viel Fingerspitzengefühl. Ein plumpes: „Das geht Sie nichts an!“, oder „Das ist eine unzulässige Frage!“, wird Ihre Chancen, bei dieser Firma einen Job zu bekommen nicht unbedingt erhöhen.
Grundsätzlich gilt natürlich: Sagen Sie nur das, wohinter Sie stehen können und was Sie persönlich von sich Preis geben möchten.
Sollten Sie keine Probleme bei der Beantwortung sogenannter unzulässiger Fragen haben, dann beantworten Sie diese am besten.
Haben Sie also z.B. keine Vorstrafen und Sie werden nach solchen gefragt, dann antworten Sie schlicht mit „Nein, selbstverständlich habe ich keine Vorstrafen.“ Jede andere Formulierung würde (ungerechtfertigter Weise) darauf schließen lassen, dass Sie etwas zu verbergen haben.
Wenn Ihnen die Beantwortung einer Frage nach Ihren Freizeitaktivitäten, Ihrer Religionszugehörigkeit, Ihrer Partnerschaft etc. nichts ausmacht, dann geben Sie darüber Auskunft, ohne zu ausschweifende zu werden.
Empfehlenswert ist es auch, eine freundliche Gegenfrage zu stellen: „Das ist eine sehr interessante Frage, die mich jetzt ein wenig überrascht. Darf ich Sie fragen, warum dieser Punkt für diese Arbeitsstelle wichtig ist?“ Sehr oft werden Sie dann eine plausible Erklärung bekommen, die Ihnen die Beantwortung leichter machen wird.
Falls bei einem Vorstellungsgespräch unverhältnismäßig viele solcher unzulässigen Fragen gestellt werden, sollten Sie darüber nachdenken, ob die Neugierde des potenziellen Arbeitgebers nicht zu groß ist und ob Sie mit einer solchen Unternehmenskultur umgehen können.
Anmerkung: Wird im Text auf rechtliche Themen oder Auslegung von Gesetzen Bezug genommen (z.B. in den FAQ), dann kann keine Gewähr übernommen werden, dass die Antworten rechtlich korrekt sind. Die Antworten sind keine Rechtsauskunft! Für Rechtsausküfte wenden Sie sich bitte an entsprechende Stellen (Juristen, Arbeiterkammer, Gewerkschaft,...) Ihr Gesprächspartner spekuliert darauf, dass Sie freimütig antworten - die Schulzeit ist lange her! Doch manche Schwächen bleiben lebenslang. Ihre Abneigung gegen Ballspiele im Sportunterricht könnte ein Hinweis auf mangelnde Teamfähigkeit sein.
Antwortstrategie: Nennen Sie am besten ein Fach, mit dem Sie zeitweise Schwierigkeit hatten. Und schildern Sie, wie Sie doch noch einen grünen Zweig erklommen haben. So stehen Sie als Problemlöser da - genau so einen sucht die Firma!
Statt einer Schwäche haben Sie eine Stärke genannt! Motivation signalisieren!
Wenn Sie die Kurse nur so runterrattern, denkt Ihr Gesprächspartner: Offenbar ziehen Sie Seminare der Arbeit vor - und kosten Geld, statt welches zu bringen.
Wenn Sie nie eine Fortbildung gemacht haben, fragt er sich: Ist Ihr Wissen auf dem neusten Stand? Wie flexibel sind Sie?
Antwortstrategie: Falls Sie oft auf Fortbildung waren: Stellen Sie das als gängige Personalentwicklung in Ihrem alten Unternehmen dar. Und veranschaulichen Sie, wie Sie Ihr Wissen in der neuen Position einbringen könnten.
Falls Sie kaum auf Fortbildung waren: Heben Sie durch Beispiele hervor, dass Sie sich in Ihrer Freizeit autodidaktisch weitergebildet haben. Das spricht für eine hohe Motivation (und hat die Firma keinen Cent gekostet). Nur für sich selbst sprechen!
Diese (projektive) Frage lockt Sie in einen Hinterhalt! Mit großer Wahrscheinlichkeit werden Sie Ihre eigene Meinung in fremde Münder legen. Jede Kritik an Ihrem alten Chef ist für den potenziellen neuen ein Warnsignal. Denn so würden Sie, fürchtet er, auch über ihn sprechen.
Antwortstrategie: Antworten Sie offensiv: "Für die Kollegen kann ich nicht sprechen. Ich präsentiere meine Verbesserungsvorschläge dem Chef offen - und er greift Sie oft dankbar auf. So habe ich neulich..." Dem neuen Chef wird dann klar: Sie flüstern nicht hinterm Rücken über Ihren Chef - sondern Sie bringen ihn konstruktiv voran! Genau davon träumt er. Verdeckte Frage: "Was sind Ihre Schwächen?" Natürlich hat die neue Firma nicht vor, als Ihr Ausbilder oder Fortbildungs-Sponsor in Erscheinung zu treten. Sie werden angeheuert, um Probleme lösen - statt welche zu machen.
Antwortstrategie: Nennen Sie einen Bereich Ihres Fachgebiets, der erst in Zukunft gefragt sein wird und den Sie jetzt noch gar nicht beherrschen können. So machen Sie die Not zur Tugend: Statt eine Schwäche zu entblößen, beweisen Sie Weitblick. Vielleicht erzählen Sie stolz, Ihr Partner hätte Sie auf die Stellenanzeige aufmerksam gemacht (Fehlt Ihnen etwa die Eigenmotivation?!).
Oder Sie kündigen bei einem Ortswechsel an, dass Sie am Wochenende pendeln wollen (Keine Rückendeckung am neuen Ort! Womöglich zerreiben Sie sich zwischen Junggesellenhaushalt, Autobahn und Beziehungskrise. Für die Arbeit bleibt kaum Energie!).
Antwortstrategie: Signalisieren Sie immer, dass Ihre Familie hinter Ihnen steht. Falls Sie alleine umziehen wollen, ist das "nur eine Lösung für den Übergang". Später können Sie Ihre Meinung immer noch ändern... Die Antwort verrät, wo Sie Ihre Prioritäten sehen: Im Privatleben ("Auf meinen Sohn!") - oder im Beruf ("Auf meine letzte Beförderung!").
Ebenso spricht es Bände, ob Sie eine Einzel- oder eine Teamleistung nennen.
Antwortstrategie: Nennen Sie Erfolge im Beruf - möglichst solche, die an Ihrem potenziellen neuen Arbeitsplatz ebenso erwünscht wären. Falls ausdrücklich ein Teamplayer gesucht wird, sollten Sie einen Mannschaftserfolg nennen ("Wir haben mit unserer Projektgruppe..."). Geben Sie Datumsangaben bei Ihrem beruflichen Werdegang oder bei Schul-/Ausbildungen in der Form MM/JJJJ an.
Manche Recruiter/Personalisten vermuten sonst, dass Sie etwas verschleiern wollen. Wenn Sie schon länger im Berufsleben stehen, haben sich eine Vielzahl ein Zertifikaten, Dienstzeugnisse und Teilnahmebestätigungen von Aus-/Weiterbildungen angesammelt.
Senden Sie nur jene Dokumente mit, die für die ausgeschriebene Stelle tatsächlich relevant sind.
Stehen Sie erst kurz im Berufsleben, dann können Sie die vollständigen Unterlagen in guter gescannter Qualität mitsenden.
Verwenden Sie für alle Anhänge das gleiche Dateiformat (PDF). Sie können auch alle Anhänge in eine PDF-Datei zusammenführen. Gegenfragen sind das Symbol für Eigeninitiative, Selbstbewusstsein und signalisieren eine professionelle Einstellung. Gute Fragen zu stellen, ist deshalb Ihre Pflicht. Die folgenden Fragen dürfen und sollten Sie stellen. Sie sind natürlich allgemein gehalten. Bei Ihrer Bewerbung sollten Sie dann freilich noch ein paar Fragen zum jeweiligen Arbeitgeber stellen, die mehr ins Detail gehen:
Warum wird diese Position ausgeschrieben? Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen dieses Jobs? Wie würden Sie Ihre Unternehmenskultur beschreiben? Und wie würden Sie den Führungsstil des direkten Vorgesetzten beschreiben? Wann darf ich mit einer Antwort von Ihnen rechnen oder mich bei Ihnen melden? Welche beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten bietet das Unternehmen? Welche Weiterbildungsmöglichkeiten werden vom Unternehmen unterstützt? Zu welcher Abteilung werde ich gehören? Wie viele KollegInnen werde ich in der Abteilung haben? Wer wird mein/e nächste/r AnsprechpartnerIn sein? Wie sind meine Arbeitszeiten, Überstundenregelungen, Urlaubsregelungen? Gibt es Arbeitsbekleidung oder Bekleidungsvorschriften? Wann wird der erste Arbeitstag sein? Kann ich bitte meinen Arbeitsplatz sehen? Und besonders wichtig: Wie geht es im Bewerbungsverfahren weiter? Wann denken Sie, werden Sie eine Entscheidung treffen? Was sind die nächsten Schritte? Gejammer über den Arbeitsmarkt und die Ungerechtigkeiten der Welt hängen den Personalchefs zum Halse raus. Verwenden Sie diese Frage lieber zu Ihrem Vorteil: Machen Sie deutlich, dass Sie explizit auf eine Chance wie die angebotene Stelle gewartet haben.
Schlechte Antwort: „Sie wissen ja wie das ist. XYZ haben keine Chancen mehr auf dem Arbeitsmarkt. Höchstens ein Praktikum ist heutzutage noch drin."
Gute Antwort: „Mein Ziel war es immer als XYZ in einer großen Unternehmensberatung tätig zu sein. In diesem Bereich kann ich meine Stärken voll entfalten und mich auch durch meine Fremdsprachenkenntnisse und XXXXX Erfahrungen am besten einbringen. Daher bewerbe ich mich nicht auf jede Stelle, sondern fokussiere ganz klar Unternehmen in diesem Berufsfeld." Jeder hat an der einen oder anderen Stelle eine schlechte Note im Zeugnis. Diese Tatsache alleine ist jedoch noch nicht problematisch. Während des Vorstellungsgespräches wird man immer wieder versuchen den Bewerber unter Druck zu setzen, um zu sehen, wie er in einer stressigen Lage reagiert. Dabei kommt es auch darauf an, dass die Antwort, wieso man gerade in Mathe oder Englisch schlechte Zensuren erhalten hat, plausibel ist.
Oftmals ist es klug in diesen Punkte relativ offen zu sein. Nicht jeder kann ein Mathegenie sein.
Wichtig ist, dass man sieht, dass der Bewerber trotz vorhandener Schwächen bereit ist daran zu arbeiten, um sich sowohl beruflich als auch persönlich weiterzuentwickeln. Neben der Berufswahl wird auch immer wieder gerne die Frage gestellt, wieso man eine Stelle gerne bei genau dem Unternehmen XY antreten will.
Dabei sollte man möglichst nicht antworten, dass die Stellenanzeige gerade zum persönlichen Suchprofil passte.
Daher muss man sich vor einem Bewerbungsgespräch intensiv mit dem Unternehmen auseindersetzen, bei dem man eingeladen ist. Informationen sind in der Regel problemlos über das Internet verfügbar. Wenn man diese Frage beantwortet, sollte man auf die Produkte oder Dienstleistungen der Firma eingehen.
Wichtig ist den Personalchefs, dass man in der Lage ist sich mit dem Unternehmen und seinen Leistungen zu identifizieren. Motivierte Bewerber erkennt man daran, dass sie sich selbst berufliche Ziele stecken. Für Personalverantwortliche sind daher Zukunftspläne interessant. Ein Bewerber punktet bei Personalverantwortlichen, wenn er klar zum Ausdruck bringt, dass er noch lange nicht zum Stillstand gekommen ist und sich mit der neuen Stelle beruflich weiterentwickeln möchte.
Der Verlierer antwortet: „Ich möchte zuerst einmal diesen Job haben, und privat gibt es natürlich auch noch einige Dinge, aber ich glaube, das gehört nicht hierher."
Analyse: Ein Bewerber, der keine Gründe nennt, warum er einen bestimmten Job ausüben möchte, disqualifiziert sich selbst. Einen besseren Eindruck hinterlässt er, wenn er anhand von Beispielen ausschmückt, worauf sein berufliches Interesse beruht. Die Frage nach den privaten Zielen einfach abzuwehren, erweckt Misstrauen auf Seiten der Personalverantwortlichen.
Der Gewinner antwortet: „Beruflich möchte ich noch den ein oder anderen Schritt machen. Beispielsweise könnte ich mir vorstellen, meine Aufgaben im Einkauf auch auf das internationale Geschäft auszuweiten. Da ich schon erste Erfahrungen in der Einbindung von Lieferanten habe, würde mich auch ein zeitlich begrenzter Auslandsaufenthalt in Zulieferwerken interessieren. Privat bin ich zufrieden, wenn alles so bleibt wie es momentan ist."
Analyse: Der Bewerber bringt seine Zufriedenheit mit seinem Privatleben zum Ausdruck. Dabei ist es unnötig, auf Einzelheiten einzugehen. Mit der Anmerkung, nichts verändern zu wollen, verweist er auf ein geregeltes Privatleben. Der Personalverantwortlichen schließt die Gefahr aus, dass private Unruhen seine Leistung im Arbeitsalltag stören. Ein Arbeitgeber möchte die innere Einstellung des Bewerbers zur täglichen Arbeit kennenlernen.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich mit ihren beruflichen Aufgaben identifizieren, sind bei Firmen begehrt. Motivierte Bewerber bringen zum Ausdruck, dass sie sich selbst berufliche Ziele stecken, auf deren Erreichung hinarbeiten und besser mit Rückschlägen umgehen können als unmotivierte Kollegen.
Wenn Sie sich selbst als hoch motiviert bezeichnen, dann ist es natürlich notwendig dies an Hand von konkreten Beispielen zu erläutern. Erzählen Sie Beispiele aus Ihrem Berufsalltag, erwähnen Sie, dass Sie durch gute Arbeitsergebnisse angespornt werden.
Plappern Sie jetzt um Himmels Willen nicht einfach drauflos, denn diese Frage hat es in sich. Der Personalverantwortliche zielt nämlich nicht auf Teamfähigkeit oder Konfliktverhalten ab, wie man vermuten könnte. Er möchte vielmehr wissen, welches Bild der Bewerber von sich im Umgang mit anderen Menschen hat.
Der Verlierer antwortet: „Leider hat man immer wieder mit schwierigen Kollegen zu tun. Schlimm genug, dass man von vielen Vorgesetzten nicht richtig unterstützt wird. Da kann man ja nicht vernünftig arbeiten."
Analyse Ein Bewerber ist unglaubwürdig, wenn er vergangene Reibereien mit Kollegen leugnet. Genauso ist ein Vorstellungsgespräch der falsche Platz, um auf Krisen der Vergangenheit ausführlich einzugehen. Für Emotionen im Sinne von „endlich richtig Dampf ablassen" wird der Personalverantwortliche kein Verständnis haben.
Der Gewinner antwortet: „Es kommt ab und an einmal vor, dass man schwierige Situationen mit Kollegen klären muss. Das gelingt üblicherweise auch. Man muss sich halt auch auf die Kollegen einstellen können."
Analyse Ein cleverer Bewerber stellt sich als Mensch dar, der weiß, dass im Berufsleben Kompromisse im Umgang miteinander erforderlich sind. Er zeichnet ein Bild von sich und seiner Umgebung, in der er aktiv an der Lösung von Konflikten mitwirkt. Ein realistisches Bild seiner Arbeitsumgebung und Funktion vermittelt einen kompetenten Eindruck. Wenn Ihnen diese Frage im Vorstellungsgespräch gestellt wird, zählen Sie bloß nicht die Stationen Ihres Lebenslaufes auf, die Ihnen peinlich sind.
„Wenn Sie noch einmal ganz von vorne anfangen könnten, was würden Sie wieder genauso machen, und was würden Sie anders machen?" Die Frage klingt harmlos und verführt dazu, munter drauflos zu plappern. Genau das sollten Sie aber besser nicht tun! Mit dieser Frage soll auf versteckte Art und Weise ihre Motivation getestet werden. Machen Sie Ihren Job aus innerer Überzeugung oder sind Sie nur aus Zufall oder Kalkül in der Branche gelandet?
Der Verlierer antwortet: „Also, ich würde mich nicht mehr auf die Typen vom Arbeitsamt verlassen. Heutzutage ist man als Techniker doch nichts wert. Ich würde auf jeden Fall einen kaufmännischen Beruf lernen, dann könnte ich jetzt ruhiger in die Zukunft sehen."
Analyse Wenn Sie aus dem Nähkästchen plaudern und erzählen, dass Sie Techniker geworden sind, weil Ihnen das Arbeitsamt das damals geraten hat, verraten Sie, dass Sie sich von finanziellem Kalkül und Prestige-Gründen haben leiten lassen. Mit dieser Antwort wird Ihnen kein Personalverantwortlicher abnehmen, dass Sie Ihren Job mit Motivation machen. Damit haben Sie Ihre Chancen verspielt.
Der Gewinner antwortet: „Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden. Vielleicht würde ich beim nächsten Mal schneller in die Fortbildung zum Industriemeister gehen. Andererseits möchte ich die Erfahrungen als Mechatroniker im Handwerk auch nicht missen. Gerade im Bereich der Fehlersuche habe ich dort viel gelernt, was mir heute noch bei der Anleitung von Produktionsteams hilft."
Analyse Ein cleverer Bewerber bleibt in seiner Antwort ausgewogen und realistisch. Er schickt vor, generell sehr zufrieden zu sein, macht dann eine kleine Einschränkung („vielleicht würde ich beim nächsten Mal schneller ..."), aber sieht zugleich auch wieder die Vorteile des Weges, den er gewählt hat, in dem er die wertvollen Erfahrungen, die ihm heute zugutekommen, beschreibt. Zunehmende Konkurrenz bringt Firmen unter enormen Druck. Deshalb stehen Mitarbeiter hoch im Kurs, die zu Veränderung bereit sind.
Restrukturierungen oder Kostensenkungen finden in Unternehmen immer häufiger statt. Für die meisten Mitarbeiter sind solche Veränderungen mit gravierenden Einschnitten wie Lohnkürzungen oder Arbeitsplatzabbau verbunden. Personalverantwortliche versuchen deshalb zu erfahren, wie der Bewerber in der Vergangenheit mit Veränderungen im Berufsalltag umgegangen ist.
Der Verlierer antwortet: „Die Firmen versuchen heute, alles über Druck zu erreichen, und da bricht doch jedes Engagement ein. Auch dass heute alles mit dem Computer geregelt werden soll, finde ich unsinnig. Man muss ja nicht alles dokumentieren, sonst wird man langfristig zum Bürokraten."
Analyse: Mit dieser Antwort signalisiert der Bewerber dem Personalverantwortlichen, dass er alle Vorgesetzten für bürokratische Übeltäter hält. Er scheint zudem nicht sonderlich viel davon zu halten, sich an neue Entwicklungen anzupassen.
Der Gewinner antwortet: „Es hat sich vieles geändert. Zum Beispiel findet Informationstechnologie immer mehr Einsatz. Wichtige Daten kann man heute viel schneller und besser selektiert bekommen als früher. Das habe ich immer als Chance gesehen und mich frühzeitig in die neue Software eingearbeitet."
Analyse: Die Forderung der Firmen nach flexiblen Mitarbeitern greift der Bewerber in dieser Antwort gekonnt auf. Auch seine Erfahrungen mit Veränderungen werden sicherlich nicht ausschließlich positiv gewesen sein, aber für das Vorstellungsgespräch trifft er das richtige Beispiel. Richtig ist ,,Herrn". Das ,,n" ist obligatorisch. Es handelt sich um einen Akkusativ (an wen schicke ich?), deshalb muss das ,,n" angehängt werden Denkbar ist auch, dass Sie auf den ,,Herrn" oder die ,,Frau" in der Anschrift verzichten. Aus den meisten Vornamen ist schließlich zu erkennen, ob es sich um einen Herrn oder eine Dame handelt.
Um aber sicherzugehen, dass Sie niemandem auf die Füße treten, empfehle ich dennoch nicht auf ,,Frau" oder ,,Herrn" zu verzichten. Ob ,,z. H." oder das längst überholte ,,z. Hd." beide Abkürzungen und auch das ausgeschriebene ,,zu Handen" haben in der zeitgemäßen Korrespondenz nichts mehr zu suchen.
Es handelt sich hierbei um unnötigen Ballast. Denn wenn Sie den Vermerk ,,z. H." weglassen, erreicht Ihr Brief den Empfänger trotzdem.
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